Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik
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Umwelt

#Friday for future: Berechtigter Protest – kein Schulschwänzen

Das kommunalpolitische Bündnis „Essen steht AUF“ unterstützt von ganzem Herzen die wöchentlichen Streiks der Schülerinnen und Schüler für ihre Zukunft in einer lebenswerten Umwelt. Hohe Wellen schlägt inzwischen die Auseinandersetzung, dass sie (bei Androhung von Bestrafung) gefälligst die Schulbank drücken sollen statt jeden Freitag für ihr zukünftiges Leben zu demonstrieren. Worum geht es den jungen Menschen?

 

Sie wollen nicht hinnehmen, dass sie die drohende Klimakatastrophe ausbaden sollen, die heute die Regierungen als Sachwalter der profitorientierten Konzerne sehenden Auges auf die nächsten Generationen abwälzen. Hochgelobten jährlichen UNO-Konferenzen glauben die Schüler einfach nicht mehr: Viel zu niedrige Klimaziele werden ins Belieben der Weltmächte gestellt mit dem ernüchternden Ergebnis, dass die Treibhausgase stetig zunehmen entgegen aller Propaganda der Herrschenden.

 

„There is no plan(et) B” - solche kritischen Plakate halten die Schülerinnen und Schüler hoch: Es gibt nur diesen einen Planeten und keinen zweiten. Und auf dem wollen sie und zukünftige Generationen gesund leben. „Und es gibt für den Kapitalismus, dem das egal ist, in der Tat keinen Plan B“, so Dietrich Keil im Namen des Vorstands von „Essen steht AUF“. „Er muss heute ohne jede Rücksicht auf die zerstörerische Ausbeutung von Mensch und Natur setzen, um weltweit in der Konkurrenzschlacht mithalten zu können. Das wollen die Kinder und Jugendlichen nicht hinnehmen, denn es geht um ihre Zukunft!“

 

Keil möchte die jungen Leute ermuntern, sich über ihren berechtigten Protest hinaus für ihre Ziele zu organisieren. „Wenn freitags Kräfte auftreten, die unterstützende Umwelt- und andere Gruppen ausgrenzen wollen, ist das eine falsche Bevormundung der Jugendlichen. Sie zeigen doch, dass sie einen klaren Kopf haben und selbst entscheiden können. Das verhindert nur einen gemeinsamen Kampf mit allen anderen, denen die Zukunft des Planeten eben nicht egal ist.“

 

„Essen steht AUF“ fordert dazu auf, dieses Engagement der Jugend von schulischer Seite zu unterstützen und nicht zu bekämpfen: „Diese Schülerstreiks sind lebendiger Unterricht - für das Leben“.

Mehr als ein „Zwischenfall“: Gefährlicher Störfall im Müllheizkraftwerk Karnap

Durch einen Defekt am Aktivkohlefilter des Müllheizkraftwerks Karnap wurde am 4. Februar 2019 eine unbekannte Menge des Aktivkohle-Granulats in benachbarte Straßen geschleudert. Ein Spielplatz und weitere öffentliche Flächen wurden gereinigt und einige Warnungen ausgesprochen (nicht in den Mund nehmen, Hautkontakt vermeiden, Gemüse aus umliegenden Gärten gründlich reinigen usw.).

 

Warum diese Warnungen? Mit Formulierungen in verschiedenen Medien wie „Zwischenfall“ wird die Gefährlichkeit dieses Störfalls heruntergespielt, um eine Diskussion über die generelle Gefährlichkeit der Müllverbrennung möglichst zu verhindern. Asche und Schlacken aus der Rauchgasreinigung gehören zu den giftigsten Abfallprodukten, die es gibt. Darin sind hoch konzentriert giftige Schwermetalle und verschiedenste hochgiftige organische Verbindungen enthalten.

 

In den 1980er und 1990er Jahren hat die Ruhrkohle AG (RAG) mit behördlicher Genehmigung große Mengen dieser Filterstäube und Aschen in stillgelegten Zechenschächten eingelagert und daran gut verdient. Bis heute wird dieser hochgiftige Abfall u.a. in stillgelegten Salzstöcken deponiert.

Nach der Stilllegung der letzten Steinkohlezechen will die RAG um Kosten zu sparen überall das Grubenwasser ansteigen lassen – und nimmt damit bewusst in Kauf, dass der eingelagerte Giftmüll ausgespült wird und irgendwann in unserem Trinkwasser landet.

 

Üblicherweise ist der Aktivkohlefilter in Müllverbrennungsanlagen der Rauchgasreinigung nachgelagert, um vor allem hochgiftige Dioxine und Furane herauszufiltern. Die Aktivkohle ist also hochgradig mit diesen Ultragiften beladen.  Ist die Aktivkohle voll beladen, wird sie teilweise verbrannt, teilweise regeneriert. Beide Verfahren bergen die Gefahr, dass die an die Aktivkohle angehafteten Giftstoffe in die Umwelt freigesetzt werden.

Neben der Forderung nach einer sofortigen umfassenden Information der Bevölkerung über Menge und Beladung der ausgetretenen Aktivkohle, fordern wir von RWE Aufklärung darüber, wo und  in welchem Umfang die giftigen Filterstäube deponiert werden und was mit der verbrauchten Aktivkohle passiert.

 

Vor allem aber  ist die Frage nach dem Sinn der Müllverbrennung aufgeworfen. „Essen steht AUF“ fordert schon lange den Ausstieg aus der Müllverbrennung, weil sie eine Quelle der chronischen Vergiftung von Mensch und Umwelt mit hochgiftigen chlororganischen Stoffen und Schwermetallen ist. Statt auf Müllvermeidung und Recycling zu setzen, wurden in den 1990er Jahren im großen Stil Müllverbrennungsanlagen gebaut, was ein gutes Geschäft für Anlagenbauer und Energiekonzerne war und ist. Dabei wurden solche Überkapazitäten aufgebaut, dass ein regelrechter internationaler Mülltourismus einsetzte. Um die Anlagen auszulasten wurde in z.B. Karnap zeitweise Hausmüll aus Italien verbrannt.

 

Der gefährliche Irrweg der Müllverbrennung muss beendet werden. Ebenso muss verhindert werden, dass die RAG durch den Anstieg des Grubenwassers unser Trinkwasser gefährdet.

Essen steht Auf-Zeitung

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