Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik
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Kumpel für AUF in Essen

Kumpel für AUF ist eine bundesweite Bergarbeiterbewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bergleute in Deutschland in ihrem Kampf um die Arbeitsplätze, für vernünftige Arbeitsbedingungen und für einen Bergbau im Einklang mit der Umwelt zu unterstützen und zu organisieren. Kumpel für AUF arbeitet in der Internationalen Bergarbeiterkonferenz mit, die die internationale Solidarität und den Erfahrungsaustausch der Bergarbeiter auf der ganzen Welt organisiert. Seit April 2018 gibt es auch in Essen eine Stadtgruppe von Kumpel für AUF, deren Aktivitäten wir hier dokumentieren.

Auf der Bergarbeiterdemonstration am 15. Juni 2019 verabschiedet
Bottroper-Erklärung_web.pdf
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300 Kumpel und ihre Unterstützer demonstrierten am 14.9.2019 durch Stoppenberg zur Zeche Zollverein

Ab 10 Uhr füllte sich am Samstag der Barbarossaplatz in Stoppenberg mit Bergleuten in ihrer Arbeitskleidung, einer größeren Delegation von Stahlarbeiter/innen aus Duisburg und Dortmund, Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen, zahlreichen Umweltschützern, Kindern, Jugendlichen und Älteren, couragierten Frauen, Gewerkschaftern und sogar Tierschützern. Sie alle versammelten sich zur Demonstration gegen die Politik der „verbrannten Erde“, die die Ruhrkohle AG (RAG) betreibt.

 

Nach einer Auftaktkundgebung mit zahlreichen Redebeiträgen setzte sich der bunte und kämpferische Zug mit 300 Teilnehmern um 12 Uhr in Bewegung. Die Demonstration fand auf der Strecke durch Teile von Stoppenberg und Schonnebeck große Aufmerksamkeit und Zustimmung, zumal insgesamt in Essen, aber besonders in den nördlichen Stadtteilen die Verbundenheit mit dem Bergbau noch sehr groß ist.

Nach der Ankunft der Demonstration am Eingang zu Zollverein/Schacht XII war neben zahlreichen bewegenden Redebeiträgen das Highlight die internationale Solidarität mit den peruanischen Bergarbeitern, die seit dem 10. September im unbefristeten Streik für einheitliche Tarifverträge für alle im Bergbau Beschäftigten stehen.
Andreas Tadysiak, Bergarbeiter aus Marl und Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung, war gerade von einem Aufenthalt in Peru zurückgekommen und berichtete seine Eindrücke vom Streik. In Lima war es zum Zusammenstoß der Bergleute mit brutal vorgehenden Polizeieinheiten gekommen, weil die Bergleute sich den Zugang zu einem vorher zugesagten Treffen im Arbeitsministerium erkämpften. In einem Tonmitschnitt wandte sich der Vorsitzende der peruanischen Bergarbeitergewerkschaft an die Teilnehmer in Essen: " Wir führen hier einen harten Kampf. Wir verfolgen aber auch euren Kampf aufmerksam und berichten darüber in Peru. Wir wünschen euch viel Erfolg!"
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration nahmen Aufstellung vor der Kulisse der Zeche Zollverein, um ihrerseits ein Solidaritäts-Video an die peruanischen Kollegen aufzunehmen.

Hier noch einige Links zur Berichterstattung über die Kumpel-Demo am 14. September, die bundesweit ein großes Medienecho fand:

 

https://www.rf-news.de/2019/kw37/entschlossene-demonstration-durch-essen-ihr-habt-die-kraft-die-rag-in-die-knie-zu-zwingen

 

https://www.nrz.de/staedte/essen/bergarbeiter-demonstrieren-auf-zollverein-gegen-die-rag-id227090971.html

 

https://www.t-online.de/region/essen/news/id_86447178/kumpel-demo-mit-300-menschen-an-der-zeche-zollverein.html

 

Weiterer Stammtisch zur Vorbereitung der Bergarbeiterdemo am 14.9.

Damit darf die RAG nicht durchkommen! 200 Bergleute eiskalt gekündigt

Erstmals in der Geschichte der Ruhrkohle AG (RAG) werden offene Massenentlassungen durchgeführt: 200 Bergleute, die noch nicht das Alter für die bergbautypische „Anpassung“ erreicht haben, sollen zum 1. Juli entlassen werden, wenn sie bis dahin nicht irgendwelche dubiosen und unseriösen Jobangebote annehmen. Mit den 200 Kündigungen begeht die RAG einen Tabu-Bruch, denn bisher hieß es immer „keiner fällt ins Bergfreie“. Um von diesem schändlichen Verhalten abzulenken, wurde von der RAG über die Medien eine Hetze gegen die Kumpel verbreitet. Ausgerechnet der Vorsitzende der IG BCE schließt sich dieser Hetze an und bezeichnet das Verhalten der Kumpel als „fahrlässig“, statt sie im Kampf um ihre Arbeitsplätze zu unterstützen. Fahrlässig und für die RAG unzumutbar soll es sein, wenn Kumpel darauf bestehen, ihre festen Arbeitsplätze bei der RAG nicht einfach für vage und leere Versprechen auf andere Arbeitsplätze aufzugeben. Z.B. bei Thyssen, wo selbst massenhaft Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Dabei berichtete erst heute WDR 2, was allein auf Prosper noch für an Aufräum- und Rückbauarbeiten ansteht.
Es ist offensichtlich: die RAG will sich mit dem Ende des Steinkohlebergbaus einen schlanken Fuß machen und mit einer Politik des sozialen Kahlschlags und der verbrannten Erde alle kostenträchtigen Hinterlassenschaften des Bergbaus auf die Gesellschaft abwälzen. Selbst die NRZ überschreibt heute einen Artikel zum Thema mit den Worten „Es droht ein unrühmlicher Schlusspunkt“.
Dagegen ruft die bundesweite Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ für den 15. Juni 2019 zu einer zweiten Bergarbeiterdemonstration auf, diesmal in Bottrop. Im Aufruf dazu heißt es:

 

Damit darf die RAG nicht durchkommen!
200 Entlassungen geplant!
Flutung des Giftmülls unter Tage hat begonnen!

 

Unsere schlimmsten Befürchtungen, die uns schon am 16. März in Katernberg auf die Straße gehen ließen, werden jetzt wahr:

• zum Monatsende im Juni 2019 werden 200 Nicht-Anpassungsberechtigte Kumpels gekündigt. Das ist eine offene Massenentlassung, die wir nicht hinnehmen dürfen! Die RAG hat für 71 Schwerbehinderte beim Integrationsamt die Kündigung beantragt. Das Integrationsamt hat mit Unterstützung des Betriebsrats auf Prosper zugestimmt. Der besondere Schutz für diese Kollegen ist damit aufgehoben! Für viele Start-Kumpel ist immer noch offen, was aus ihnen wird.

• Obwohl Kumpel für AUF und der Vortrieb seit 3 Jahren eine umfassende Aufklärung über die 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll unter Tage machen, obwohl alles durch einen Untersuchungsbericht im Düsseldorfer Landtag bestätigt wurde, hat die RAG aus reinen Profitgründen begonnen, die Schächte zu verfüllen und die Wasserhaltung auf Auguste Viktoria eingestellt. Damit besteht die Gefahr, dass für Millionen Bewohner des Ruhrgebiets früher oder später das Trinkwasser mit schlimmsten Giften wie Dioxin, Furane usw. verseucht wird. Damit werden vollendete Tatsachen geschaffen, statt den Giftmüll zu entsorgen! Hier wird wider besseren Wissens von der RAG eine regionale Trinkwasserkatastrophe provoziert! Aktiver Widerstand ist angesagt!

Noch gibt es über 1.000 Kumpels, die die scharfe Waffe eines Streiks anwenden können! Hinzu kommt, dass viele ehemaligen Kumpels um ihre Bergmannsrechte betrogen wurden, die jetzt allen Grund haben, zu kämpfen:

• Die günstigen Bergbauwohnungen wurden privatisiert. Riesige Wohnungskonzerne wie Vonovia oder VIVAWEST sind entstanden, die den Mietwucher soweit hochtrieben, dass für immer mehr Kumpels und Witwen die Wohnungen nicht mehr bezahlbar sind.

• In einer schäbigen Tarifvereinbarung wurden hunderttausende von Kumpels und Hinterbliebenen um einen Teil ihrer Betriebsrente betrogen! Das Deputat soll mit einem Federstreich gestrichen und durch eine völlig unzureichende Einmalzahlung abgegolten werden.

So kann man mit der Lebensleistung der Kumpels nicht umgehen! So darf sich die RAG nicht aus dem Staub machen!

Sie hat damit ihre Versprechen von „sozialem Abbau der Arbeitsplätze für alle“ gebrochen. Um Ewigkeitskosten einzusparen, werden Mieten erhöht, Renten gekürzt, offene Massenentlassungen durchgeführt und eine regionale Trinkwasserkatastrophe riskiert! So hat die RAG-Stiftung 2018 ihren Gewinn um 454 Millionen € gesteigert und Rücklagen von 7,3 Milliarden € angehäuft.

Schluss mit Lügen und Betrug an den Bergmannsrechten!
Weg mit der Politik der verbrannten Erde!
Weg mit den Massentlassungen!

Kumpel für AUF ruft deshalb zu einer 2. Protestdemonstration gegen die verbrannte Erde durch die Zechenschließung und den Bruch der Vereinbarungen auf! Heraus zur 2. Protestdemonstration der Ruhrkumpels in Bottrop! Auftaktkundgebung am Samstag, 15. Juni 2019 um 11 Uhr Prosperstraße/Ecke Ostring
11:30 Uhr Demonstration durch Bottrop-Batenbrock.
12:30 Uhr Abschlusskundgebung auf dem Berliner Platz


Damit alles auf den Tisch kommt und wir uns einig werden, lädt Kumpel für AUF in mehreren Orten zu Treffen ein, um die Demonstration vorzubereiten. In Essen findet dieses Treffen am 11. Juni 2019 um 19 Uhr im Couragezentrum statt (Goldschmidtstr. 3). Zu diesem Treffen wird der Gelsenkirchener Bergmann und Sprecher von Kumpel für AUF, Christian Link, kommen.

Die bundesweite Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" ruft auf zur Demonstration am 16. März von Zollverein/Schacht XII zum Katernberger Markt

Wir akzeptieren die Zechenschließung der RAG nicht – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!

Gleichwertige Ersatzarbeitsplätze! Erhalt der Bergmannsrechte: Deputat, preiswerter Wohnraum, Anerkennung der Berufskrankheiten. Es geht dabei auch um die Zukunft der Jugend!

Angeblich ist alles Friede, Freude, Eierkuchen mit der Stilllegung der letzten Steinkohlezechen. Geschichte eben. Von wegen! Deshalb ruft die überparteiliche Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF auf, am 16. März vor Zollverein Schacht XII in Essen zu demonstrieren, nahe der Zentrale der Ruhrkohle AG und RAG-Stiftung. Worum geht es?

 

1. Der Kampf um den Erhalt des Deputats.

Jahrzehnte erhielten die Bergleute Kohle oder ersatzweise Geld als festen Lohn- und Rentenbestandteil bis ans Lebensende, was auch den Witwen zugute kam. Das wurde ihnen mit der Zechenstilllegung von der RAG teilweise ganz gestrichen und vielen viel zu niedrig abgefunden. Die Kumpels mit Kohleofen traf es am schlimms­ten. Die hinterhältige Methode dazu war ein Tarifvertrag mit der Gewerkschaftsführung der IGBCE. Kumpel für AUF und die Mieterinitiative der Bergarbeitersiedlung in Hassel organisierten Versammlungen. Dank dem hartnäckigen Kampf hunderter Bergleute wurde nun ein gerichtlicher Teilerfolg erzielt. Es wurde nachgewiesen, dass die RAG die Berechnungsgrundlage manipuliert hat. Die Medien berichteten. Jetzt muss nachgelegt werden! Zumal die breite Masse der Kumpel dennoch leer ausgehen soll. Das betrifft 124 000 Kumpel und ihre Familien! Der ganze Schandtarifvertrag muss für ungültig erklärt werden! Das geht auch alle anderen Arbeiter und Angestellten an. Das darf nicht die Blaupause für andere Unternehmen werden, die Betriebsrenten anzugreifen!

2. Jede weitere Flutung der Zechen muss gestoppt werden!

Aus reiner Profitgier hat die RAG mit Schützenhilfe der damaligen SPD/Grünen Landesregierung in den 1980er- und 1990er-Jahren  1,6 Millionen Tonnen Sondermüll davon sind 600 000 Tonnen Giftmüll eingelagert. Dazu kommen über 10 000 Tonnen des Ultragiftes PCB. Die Vergiftung des Trinkwassers der ganzen Ruhrgebietsbevölkerung droht, nur um die Kosten der Wasserhaltung zu drücken. An der Saar genauso. Der Widerstand der Bergleute und der Bevölkerung in Marl hat die Verfüllung von Schächten und die Flutung der Zeche Auguste Victoria bisher verhindert und nebenbei bis heute über 200 Arbeitsplätze gesichert. Die RAG musste den längst geplanten Flutungstermin deshalb erneut von Januar auf April verschieben. Der Widerstand muss gestärkt werden! An der Saar leisten viele Gemeinden Widerstand. Wir nehmen nicht hin, dass daran nichts mehr zu machen sei. Null  Akzeptanz für diese Politik der RAG nach dem Motto „nach mir die Sintflut“!

3. Von wegen „keiner fällt ins Bergfreie“ und „sozialverträglicher Arbeitsplatzabbau“.

Hunderte, gerade jüngere Kumpels, die über Leiharbeitsfirmen wie START beschäftigt sind, Nichtanpassungs­berechtigte, oder Kumpel von Fremdfirmen fliegen aus der Arbeitnehmerüberlassung von heute auf morgen raus. Viele, die noch bleiben, wissen bis heute nicht, wo und wie es für sie weitergeht. Für jeden vernichteten Arbeits- und Ausbildungsplatz müssen gleichwertige Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden durch die RAG.

4. 45,7 Prozent der 210 untersuchten Bergleute haben mehr hochgradig krebserzeugendes PCB im Körper als der allgemeine Bevölkerungsdurchschnitt.

Wir fordern: Vor- und Nachsorge für alle Bergleute auf Kosten der RAG!

5. Die Machenschaften mit Giftmüll und PCB unter Tage wurde von mutigen Kumpels ans Tageslicht und in die Medien gebracht.

Der Bergmann und Sprecher von Kumpel für AUF, Christian Link, ließ sich durch das von der RAG verhängte Anfahrverbot weder den Mund verbieten noch einschüchtern. Das Anfahrverbot muss vom Tisch!

 

Es gibt viele weitere Gründe, die RAG nicht aus der Verantwortung zu entlassen! Sei es der vernichtete günstige Wohnraum für Berg­arbeiterfamilien: Mit der Priva­tisierung wurde daraus ein Milliardengeschäft für Wohnungskonzerne wie Vonovia, LEG oder Vivawest. Die Mieten steigen und steigen. Seien es die Kommunen und Stadtteile, Geschäfte und Firmen, die unter der Stilllegung der Zechen leiden. Die RAG hat Jahrzehnte Milliarden gescheffelt und in Profit bringende Konzerne wie Evonik umgeleitet. Werner Müller, zuerst Bundeswirtschaftsminister, dann RAG-Chef, dann Chef der RAG-Stiftung kassierte alleine 700 000 Euro im Jahr an Vorstandsbezügen für die Regie der Stilllegung.

 

Die Regierungen haben sie dabei unterstützt. RAG und Regierung  sollen merken, die Bergleute haben ihren Stolz nicht verloren. Mit den Kumpels, ihren Familien, mit der Ruhrgebietsbevölkerung können sie so nicht umspringen. Das haben wir beim großen Bergarbeiterstreik 1997 gezeigt, der die Stilllegungspläne damals zu Fall brachte und das Ende der damaligen Kohl-Regierung einleitete.

 

Mit unserer Demonstration wollen wir auch den Kolleginnen und Kollegen der Braunkohle- und Energiekonzerne ein Signal geben, mit uns zu kämpfen, keinen leeren Versprechen zu vertrauen. Die kämpferische Bergarbeiterbewegung und ihre Verbündeten stehen für Arbeitsplätze und Umweltschutz, der viele Arbeitsplätze bieten könnte. Kohle ist zu schade zum Verbrennen, ihre weitere Verbrennung beschleunigt den Übergang in die globale Umweltkatas­trophe und muss umgehend eingestellt werden. Sie ist wertvoller Rohstoff, den künftige Generationen noch brauchen.

 

Die Stilllegung des Steinkohlebergbaus ist nicht akzeptiert, nichts ist abgehakt. Es geht um die Zukunft unserer Jugend.

 

Kommt zur Demonstration und Kund­gebung am 16.03.2019, 11 Uhr Auftakt vor dem Haupteingang zur Zeche Zollverein (Schacht XII), Essen-Schonnebeck, Gelsenkirchener Straße 181 (Höhe Abzweigung in die Straße Dorstenbusch), anschließend Demonstration in Richtung Katernberg, 12.30 Uhr Kundgebung auf dem
Katernberger Markt

 

Anreise:

Auto:  A42, Ausfahrt Gelsenkirchen Hessler, abbiegen auf den Lehrhovebruch. Der Beschilderung zur Zeche Zollverein folgen, Parkmöglichkeiten beim Ruhr-Museum, Fritz-Schupp-Allee, 45141 Essen.

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linie 107, Haltestelle Zollverein

 

Den Aufruf unterstützen bisher:

Die Kumpel für AUF-Stadtgruppen, Bergarbeiterfrauen im Frauenverband Courage, Ruhrchor, überparteiliche Kommunalpolitische Bündnisse: Essen steht AUF, AUF Gelsenkirchen, AUF Witten, NV Auf gehts, Neukirchen-Vluyn, BergAUF Bergkamen, Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) Landesverband Nordrhein-Westfalen, Andreas Tadysiak, Bergmann und Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiter Koordinierungsgruppe, Marler Bündnis für Umwelt und Klimaschutz, Bürgerversammlung gegen Verfüllung und Flutung von Auguste Victoria, Solidarität International e.V., Hasseler Mieterinitiative (HAMI), Jugendverband REBELL

 

Kontakt: Kumpel für AUF, Schmalhorststr. 1c, 45899 Gelsenkirchen, E-Mail: kumpel-@gmx.de

Aus aktuellem Anlass wurde der Aufruf zur Demo am 16.3. aktualisiert. Denn es stellte sich jetzt heraus, dass das Versprechen Der Ruhrkohle AG (RAG), dass nach der Schließung der letzten Zechen keiner "ins Bergfreie fällt", glatt gelogen war. 1400 Kollegen - Jungbergleute, Nicht-Anpassungsberechtigte, Beschäftigte von Fremdfirmen - sind unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht. Der aktualisierte Flyer kann hier heruntergeladen werden:

Berichte über diese gelungene Demonstration findet Ihr hier:

https://www.rf-news.de/2019/kw11/begeisternde-und-zukunftsweisende-bergarbeiterdemonstration-in-essen

 

https://www.lokalkompass.de/essen-nord/c-politik/beeindruckende-bergarbeiterdemonstration-durch-katernberg_a1096689

Die neu gegründete Stadtgruppe Essen der Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ lädt zu ihrem zweiten Bergbau-Stammtisch ins „Fünf Mädelhaus“ (Essen-Stoppenberg, Hugenkamp 35) ein. Im Einladungsflyer heißt es:

Am 28.5. zitierte die NRZ einen jungen Bergmann auf Prosper-Haniel in Bottrop mit den Worten: „Keiner möchte das Ende des Steinkohlenbergbaus wirklich haben.“

Das ist auch unsere Erfahrung, dass nicht nur die Bergleute selbst, sondern die Mehrheit der Menschen im Revier die Stilllegung der letzten beiden Steinkohlenzechen zum Jahresende nicht akzeptiert. Gibt es noch Chancen vom Widerspruch zum Widerstand gegen diese Pläne zu kommen?

Dazu heißt es in einer Pressemitteilung der bundesweiten Bergarbeiter-Initiative „Kumpel für AUF“ vom 12.5.18:

„Der Protest gegen die geplante Schließung der letzten Steinkohlezechen in Deutschland - Prosper und Ibbenbüren entwickelt sich“ – so Christian Link, öffentlicher Sprecher der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF. Innerhalb kurzer Zeit wurden hunderte Protestunterschriften in den Bergbaustädten des  Ruhrgebiets gesammelt. Es geht dabei nicht nur um den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze, sondern auch um die Frage: was passiert nach der Schließung? Aus reiner Profitgier, um die Ausgaben für die sogenannten Ewigkeitskosten gering zu halten, werden stillgelegte Zechen geflutet, obwohl bekannt ist, dass 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll und zehntausende Tonnen hochgiftiges PCB unter Tage lagern. „Daher geht der Kampf gegen die Schließung der Zechen alle an: die Arbeiter, Familien und Jugendlichen die Arbeits- und Ausbildungsplätze brauchen und diejenigen, die für Umweltschutz kämpfen“ – so das Fazit von Christian Link, Bergmann aus Gelsenkirchen.

Auch in Essen haben wir mit dem 1. Mai begonnen Protestunterschriften zu sammeln und sind dabei auf große Zustimmung gestoßen.

 

Wir – das sind ehemalige und noch aktive Bergleute, Angehörige von Bergleuten, EVONIK-Kollegen aus Essen und Esserinnen und Essener, die dem Bergbau bzw. den Bergarbeitern und ihrer kämpferischen Tradition verbunden sind. Deshalb haben wir nun auch in der ehemals größten Bergbaustadt Europas im April eine Gruppe von „Kumpel für AUF“ ins Leben gerufen.

 

Auf unserem zweiten Bergbau-Stammtisch am 21.6. wollen wir uns genauer damit beschäftigen, wie wir den Protest gegen die Stilllegung der letzten Zechen auch in Essen voranbringen können und unsere Stadtgruppe dabei weiter aufbauen. Dazu sind alle Interessierten um 19 Uhr herzlich eingeladen ins „Fünf Mädelhaus“, Hugenkamp 35 in Essen-Stoppenberg).

Zur Einstimmung wollen wir am Samstag, den 16. Juni gemeinsam die Ausstellung „Das Zeitalter der Kohle“ in der Kokerei Zollverein besuchen. Bitte melden, wer mitkommen will (Bodo Urbat, Tel. 323800 oder vorstand@essen-steht-auf.de), damit wir einen günstigen Gruppentarif vereinbaren können.

Treffpunkt:  15 Uhr am Wiegeturm (bei Parkplatz C), von wo es mit der Standseilbahn in die Mischanlage geht.

Statt "Abgesang": Bergbau hat Zukunft!

„Essen steht AUF“ gehört zu denen, die die Schließung des Steinkohlenbergbaus in Deutschland nie akzeptiert haben. Ihn absaufen zu lassen ist eine einzige Fehlentscheidung allein aus Profitgründen.

Kohle wird gebraucht. Nicht zum Verbrennen, sondern als wertvoller Rohstoff. Wir stimmen in den verlogenen Abgesang auf den Bergbau nicht ein. Der Bergbau ist prägend für Leben und Kultur im Ruhrgebiet. Die Solidarität und Erfahrung der Ruhrkumpel werden gebraucht! Zu verhindern ist die Flutung der Zechen mit ihrem gefährlichen Giftmüll und PCB untertage, die das Trinkwasser im Ruhrgebiet bedroht. Zusammen mit der bundesweiten Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ wollen wir Menschen dafür organisieren. Vor allem im Essener Norden, der von dem gescheiterten „Strukturwandel“ besonders gebeutelt ist.

 

Deshalb wurde bei einem gemeinsamen Bergbau-Stammtisch am 19. April eine Essener Stadtgruppe „Kumpel für AUF“ gegründet. Ein guter Anfang - der Tradition, aber vor allem der Zukunft verpflichtet: Weltweit sind die Bergarbeiter eine Macht! Wer mitmachen und über die nächsten Aktivitäten informiert werden möchte, wende sich bitte an: vorstand@essen-steht-auf.de.

Als erstes unterstützen wir die Unterschriftenaktion mit dem Titel:

„Wir akzeptieren die Zechenstilllegung nicht! Prosper und Ibbenbüren müssen bleiben! Offenhaltung der Schächte! Keine Flutung von Auguste Victoria und anderen Zechen! Nein zu Fracking! Kein Giftmüll und PCB im Grund- und Trinkwasser! Für Arbeits- und Ausbildungsplätze – und die Zukunft unserer Jugend!“ Listen können hier heruntergeladen werden:

Unterschriftenliste Kumpel fuer AUF gege[...]
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Essen steht Auf-Zeitung

Kontakt

Die Geschäftsstelle von Essen  steht  AUF

ist in der

Goldschmidtstraße 3, 45127 Essen

neben dem Courage-Zentrum

Telefon:

0201/45862613

oder

0201/323800

E-mail:

vorstand@essen-steht-auf.de

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IBAN

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