Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik
Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik

Über uns

Unser Name ist Programm

Alternativ
Sprachrohr im Stadtrat und den Bezirken für die Interessen der Bevölkerung.
Keiner Parteipolitik verpflichtetes, überparteiliches Personenwahlbündnis:
offen für Parteilose und Parteigebundene.

Unabhängig
Nicht gebunden an staatliche Finanztöpfe. Trägt sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Aktivitäten. Unbestechlich gegen Filz und Korruption.

Fortschrittlich
Politik im Interesse der einfachen Leute. Unterstützung der Betroffenen, für ihre Belange selbst aktiv zu werden.
Überregionale Zusammenarbeit mit anderen Personenwahlbündnissen.

Zum Gedenken an unser Mitglied Alfred Winnen

Mit den folgenden Worten wurde unser Mitglied Alfred Winnen auf der Montagsdemo am 25. April 2016 gewürdigt:

 

 

 

 

Alfred ist plötzlich und unerwartet am 14./15.3. gestorben, 4 Monate vor seinem 64. Geburtstag und wurde anonym beerdigt am 29.3. auf dem Hallo-Friedhof in Stoppenberg.
Er war Transportarbeiter im Uniklinikum bis er 2006 wegen eines Gehirntumors arbeitsunfähig wurde.
Alfred war ein einfacher Mann und einige seiner Kollegen nahmen ihn deshalb nicht ernst und unterschätzten ihn.
Sein Erkennungsmerkmal waren seine Kappe und eine für Männer untypische große Tasche, die er immer dabei hatte.
Seit 1975 war er Gewerkschaftsmitglied in der ÖTV, dann bei ver.di und als sein erster Betreuer nach seiner Gehirn-OP seinen Gewerkschaftsbeitrag einsparen wollte, ging er auf die Barrikaden, bis er drinbleiben konnte und es bis zum Schluss auch blieb. Im 16wöchigen Streik 2006 war er von Anfang bis Ende dabei und ein unermüdlicher Helfer, trotz seiner damals noch unentdeckten Erkrankung.
Nach seiner schweren OP musste Alfred vieles wieder lernen, weil ihn sein Gedächtnis in manchen Bereichen im Stich ließ. Auch an den Termin der Montagsdemo musste er anfangs immer kurz vorher noch mal erinnert werden. Aber der regelmäßige Rhythmus half ihm und er war stolz, als er die verantwortungsvolle Aufgabe der Spendensammlung übernahm, was er gewissenhaft durchführte. Seine dabei manchmal etwas ruppig rüberkommende Art war Ausdruck seiner Unsicherheit, die er aber immer mehr überwinden lernte. Auf der Montagsdemo versorgte er uns oft mit Kaffee, als Beitrag für die Spendeneinnahmen. Auch sonst war Alfred stets hilfsbereit und man musste ihn öfter bremsen, dass er sich nicht zu viel zumutete.
Er kam selten raus aus Essen und die jährliche bundesweite Demo in Berlin war immer ein Höhepunkt, den er kaum erwarten konnte. Auch als er selbst wegen seiner schmerzenden Beine nicht mehr auf der Demo mitlaufen konnte, fuhr er mit und wartete, bis alle wieder auf dem Kundgebungsplatz eintrafen.
Alfred hielt sich politisch auf dem Laufenden und die Solidarität mit dem kurdischen Volk war ihm ein wichtiges Anliegen. Er spendete persönlich einen ganzen Werkzeugkasten für den Aufbau des Gesundheitszentrums in Kobanê.

Zum Gedenken an Sabine Dumont

Sabine Dumont, Montagsdemonstrantin der ersten Stunde

Die Montagsdemonstration am 26. Oktober 2015 stand ganz im Zeichen des Gedenkens an Sabine Dumont, die 23. Oktober verstorben war. Sabine war Montagsdemonstrantin der ersten Stunde und hatte in den letzten 11 Jahren öfter die Montagsdemo moderiert. Mit-Moderatorin Miriam Urbat würdigte Sabine mit dem folgenden Beitrag:

 

Liebe Montagsdemonstranten, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

unsere heutige Montagsdemonstration wollen wir im Gedenken an unsere Frontfrau und Montagsdemonstrantin der ersten Stunde, Sabine Dumont, begehen. Sabine, Moderatorin und tragende Säule der Essener Montagsdemonstration, ist am Freitag nach schwerer Krankheit mit nur 56 Jahren verstorben. Ein Verlust, der schwer zu tragen ist. Wir trauern um sie mit ihrem Mann, all ihren Angehörigen und Freunden.

 

"Wie wollen wir leben? Wollen wir uns abfinden mit ständiger Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren? Wollen wir immer niedrigere Löhne hinnehmen? Oder dass unsere Kinder keine Zukunft haben? Das sind Fragen, über die jeder nachdenken – und sich ernsthaft überlegen muss, wie die Antwort aussieht. Ich will ein anderes Leben – deswegen bin ich jeden Montag hier.“

 

Das waren die Worte von Sabine – gedruckt in einer Zeitung der Essener Montagsdemonstration vor fast 10 Jahren. Und sie machte nicht einfach nur Worte. Sie war eine Frau der Tat – stark und unbeugsam.
Im August 2004 ging sie mit tausenden Essenern auf die Strasse – gegen die Einführung des Hartz IV-Gesetzes. Im Gegensatz zu vielen anderen blieb sie konsequent nach Einführung von Hartz IV dabei, jeden Montag für die Rücknahme der Hartz-Gesetze zu demonstrieren. Mehrfach selbst direkt von Hartz IV betroffen, deckte Sabine schonungslos auf, was Hartz IV bedeutet:
Verarmung breiter Teile der Bevölkerung, vor allem von Familien mit Kindern oder Alleinerziehender durch Zwang zur Arbeit zu niedrigsten Löhnen, Enteignung von Sparguthaben, entwürdigende Behandlung als Bittsteller, wenn auch nur die Miete um wenige Euro angehoben wird oder auch eine Zementierung von Langzeitarbeitslosigkeit, da viele Hartz IV-Bezieher abgeschrieben werden.

 

Sabine war parteilos und parteiisch. Sie hat besonders den überparteilichen Charakter der Montagsdemonstration geprägt. Sabine wollte den Dingen auf den Grund gehen und förderte als engagierte, einfallsreiche Moderatorin der Montagsdemonstration die Diskussion und Auseinandersetzung auf unseren Kundgebungen. Fundierte Beiträge, die auch eine gesellschaftliche Perspektive für die einfachen Menschen über den Kapitalismus hinaus aufzeigten, förderte sie ebenso wie die lockere Auseinandersetzung mit Jugendlichen.

 

Bei ihren Fragen an Passanten ließ Sabine nicht locker, bis eine Antwort kam, was Menschen abhält, dass sie nur die Faust in der Tasche ballen, aber noch nicht aktiv gegen die Politik der Berliner Regierung werden. Sabines Verhältnis zur Berliner Regierung war ein ganz besonderes. Schonungslos rechnete sie mit ihr ab – jeglicher Beschluss, der die Schere von arm und reich weiter auseinanderklaffen lässt, die Ausbeutung von Arbeitern und Angestellten verschärft, die Not von Kindern und Rentnern vergrößert, griff sie kampflustig an.


Ein jährlicher Höhepunkt für Sabine war immer die bundesweite Herbstdemonstration der Montagsdemobewegung gegen die Politik der Regierung in Berlin. Und für uns auch.
Was hatten wir mit ihr für eine lustige und liebevolle Reisebegleitung, die uns bei der Bus-Anreise liebevoll aufweckte und abends träumen ließ. Ihre Reiseverpflegung mit Kartoffelsalat mit lachendem Gesicht war legendär, genauso wie die Überraschungstütchen für die Kinder…

 

Sabine – sie war Ausdauer, Kampfgeist und ganz viel Herz. Ihre Herzenswärme berührte jeden. Ob beim Weihnachtsfest unterm Tannenbaum auf der Porschekanzel oder ganz privat. Sabine war so manchem von uns eine liebe Freundin geworden. Eine wahre Freundin, mit der man durch dick und dünn gehen konnte.

 

Sabine war ein Kind des Ruhrgebiets – direkt und offen, und sie ließ sich nie unterkriegen. Schon in jungen Jahren musste sie mit chronischen Krankheiten kämpfen. Auch bei ihrer jetzigen schweren Erkrankung kämpfte sie mit vollem Einsatz und ihrer unbeugsamen und optimistischen Lebenshaltung. „Da musst Du durch“, sagte sie immer und sie rang sich immer auch noch schöne Erlebnisse ab.
Vor allem lag ihr aber am Herzen, dass es den ihr Nahestehenden und allen Montagsdemonstranten gut geht.

 

Sie wusste, dass sie vielleicht noch 2 Jahre zu leben hatte und wollte diesem Abschnitt noch zwei für sie wichtige Sachen abgewinnen:
-    sie freute sich auf die Silvesterfeier mit der MLPD
und
-    sie wollte nächstes Jahr wieder – wie jedes Jahr – in ihr geliebtes Thailand mit ihrem Mann fliegen.

Es war ihr nicht mehr vergönnt.

 

Sabine ist nicht mehr, aber sie ist ein Teil von uns und in unseren Herzen lebt sie weiter. Verwandeln wir unsere Trauer in Kraft. Ihr Leben, ihr Kampf sind uns Ansporn, unbeugsam und konsequent den Kampf für die Rücknahme der Hartz-Gesetze, gegen jegliche Unterdrückung und Ausbeutung und für eine positive Zukunftsperspektive weiterzuführen, so dass wir unsere Ziele erreichen.

 

Wir trauern um Hans-Peter Halfer

Hans-Peter bei der 10-Jahresfeier der Essener Montagsdemo im August 2014

Am 24. Juni 2015 verstarb unser Mitglied und Freund Hans-Peter Halfer. Anlässlich der Beisetzung am 14. Juli ging unser Vorstandssprecher Dietrich Keil in einer kurzen Ansprache auf auf einige Seiten  im Leben von Hans-Peter ein:

 

"Wir verabschieden uns von einem lieben Mitstreiter. Ideenreich, aber nicht laut, ein Kumpel, Freund, ein Mitstreiter eben. Ja, das war er. Im besten Sinne. Mitstreiter für eine lebenswerte Umwelt, für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen auf diesem Planeten. Dafür ging er auf die Straße, wenn die Kräfte es zuließen. Zur Montagsdemo. Nicht vornedran, aber beharrlich. Das war seine Art.

 

Immer hatte er was Neues ausgedacht, einen tiefsinnigen oder auch spöttischen Slogan. Klar gegen wen – die Profitwirtschaft, die mutwillig die Einheit von Mensch und Natur aufs Spiel setzt. Hans-Peter war ein Ruhri durch und durch. Gegen das Verbrechen von Giftmüll in den Zechen unter dem Ruhrgebiet standen seine Plakate, seine „Hunde“, das sind seine exakt gebastelten und kämpferisch beschrifteten Kohleloren.

 

Sich Neuem zuwenden, das war seine Sache. „Transition Town“, das interessierte ihn. „Upcyceln“, das interessierte ihn. So kam er zur „Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz“. Und natürlich zur neuen Umweltgewerkschaft. Er war unser Mitglied, war ein verlässlicher Kämpfer für eine bessere Welt. Er fehlt uns dabei. Und auch die lokale Ebene ließ ihn nicht kalt. Er war im Kommunalwahlbündnis „Essen steht AUF“ dabei. Auch hier nicht an vorderster Front, aber genauso beharrlich.

 

Menschen wie Hans-Peter werden die Welt verändern. Da konnten wir von ihm lernen, dafür sind wir ihm dankbar.

Dafür werden wir dich nicht vergessen.

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