Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik
Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik

Protest gegen Kidnapping und Gefangennahme der Insassen eines Busses der Jugendorganisation "Die Falken" auf dem Weg zur Anti-G20-Demonstration

Die Essener Montagsdemo vom 17. Juli 2017 sprach einstimmig dem Jugendverband "Die Falken" ihre Solidarität gegen den brutalen Polizeieinsatz gegen den Bus der NRW-Falken auf der Fahrt zu den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg aus. Dazu schrieb die Montagsdemo am 18.7. an die Falken NRW:

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

auf der Essener Montagsdemonstration am vergangenen Montag wurde der G20-Gipfel und die massive Repression gegen seine Gegner diskutiert. Dabei wurde auch über Euren Offenen Brief zur vierstündigen Gewahrsamnahme Eures Busses informiert. Die Teilnehmer der Essener Montagsdemonstration verurteilten diesen Akt willkürlicher und brutaler Polizeigewalt und sprachen sich einstimmig dafür aus, Euch ihrer Solidarität zu versichern.

Die brutale und entwürdigende Behandlung der jungen Menschen in diesem Bus war kein Einzelfall, sondern reiht sich in ein gnadenlos durchgezogenes Repressionskonzept gegen alle, die vollkommen zu Recht gegen diesen Gipfel von gewaltbereiten Extremisten in Regierungsämtern demonstriert haben. Um vom Scheitern dieses Gipfels und der massiven Repression abzulenken, wurde über die Medien eine lange vorbereitete Kampagne über die angeblich "unterschätzte Gefahr des Linksextremismus" losgetreten.

Falls Ihr juristisch gegen das Kidnapping Eures Busses vorgeht, haltet uns auf dem Laufenden.

Mit solidarischen Grüßen

Bodo Urbat (im Auftrag der Essener Montagsdemonstration)

 

Inzwischen haben Die Falken Klage gegen die Hamburger Polizei eingereicht. Der Innensenator glaubt allen Ernstes, er könnte mit der absurden Ausrede, es habe sich um eine Verwechslung gehandelt, von diesem Skandal ablenken.

 

Hier könnt Ihr den Offenen Brief der Falken zu dem ungeheuerlichen Kidnapping ihres Busses durch die Polizei herunterladen.

 

Einladung zum nächsten Kommunalpolitischen Frühstück

Einladung zum Download
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Studierende und Montagsdemonstranten gemeinsam gegen Studiengebühren

Gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die meisten davon Studierende aus Essen, aber auch aus Bochum, protestierten am 10.7. gemeinsam mit der Essener Montagsdemonstration gegen die von der neuen Landesregierung geplanten Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Ländern.

Die Initiative für die erfolgreiche gemeinsame Aktion ging von einem Essener Studenten aus. Die Moderation durch ein Mitglied des Jugendverbands REBELL förderte die kämpferische und solidarische Stimmung.

 

Mehrere Studentinnen, Studenten sowie Teilnehmer der Montagsdemonstration nahmen in kämpferischen Redebeiträgen die Pläne der Landesregierung auseinander. Ein Student betonte, dass die ganze Argumentation, durch die Einnahmen aus diesen Studiengebühren die Qualität der Hochschulen zu verbessern, durch und durch verlogen, billig und nicht einmal richtig gerechnet ist.

 

Ein Student der Folkwang-Hochschule betonte, dass gerade der internationale Charakter dieser Hochschule ihr Wesensmerkmal ist und dass der fruchtbare Austausch von Menschen unterschiedlichster Herkunft nicht verloren gehen darf.

 

 Solidarisch erklärten sich auch der Frauenverband Courage und ein Teilnehmer der Umweltgewerkschaft. Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD, erklärte nicht nur die Solidarität der MLPD. Sie prangerte auch die ganze Menschenfeindlichkeit der neoliberalen Politik des Imperialismus an, gegen die in Hamburg während des G20-Gipfels zu Recht demonstriert wurde. Die geplanten Studiengebühren sind ein Ausdruck dieser Politik im Bildungswesen und zielen auf Elitenförderung mittels sozialer Auslese, Diskriminierung und Spaltung.

 

Immer wieder wurde betont, dass dies nur ein Anfang der Proteste ist. So wurde dazu aufgerufen, am folgenden Tag die geplanten Proteste an der Ruhruniversität Bochum zu unterstützen, wo FDP-Chef Christian Lindner sprechen sollte.

Montagsdemo am 10.7.:

Nein zu Studiengebühren!

 

In einer Pressemitteilung informiert die Essener Montagsdemonstration:

 

Am Montag, den 10. Juli wird die Essener Montagsdemo den Protest gegen die von der neuen Landesregierung geplanten Studiengebühren in den Mittelpunkt stellen. „Dass sie angeblich nur für Studenten aus Nicht-EU-Ländern gelten sollen, macht die Sache nicht besser. Das ist eine diskriminierende Ungerechtigkeit", so Miriam Urbat, Sprecherin der Montagsdemo. „Wir lehnen das als Spaltung ab. Wir treten seit jeher für kostenlose Ausbildung vom Kindergarten bis zur Hochschule ein. Die Montagsdemonstration wird deshalb den Studenten zur Verfügung gestellt unter dem Motto: Keine Studiengebühren für niemand!“ Für die Rücknahme aller Studiengebühren findet außer der Kundgebung auch eine Demonstration statt.

 

Los geht es um 18 Uhr auf der Porschekanzel.

Wir trauern um Margrit Weidenbach

Am 15. Mai 2017 starb unser Mitglied Margrit Weidenbach. Am 6. Juli wäre sie 72 Jahre alt geworden. Wir trauern um einen engagierten, streitbaren Menschen, der sich nicht verbiegen ließ und kein Blatt vor den Mund nahm. In unserer Trauer sind wir ganz bei ihrem Sohn Marcus.

 

Margrit gehörte im Jahr 2003 zu den Gründungsmitgliedern von „Essen steht AUF“ und war noch auf der Jahreshauptversammlung im Oktober 2016 erneut als Kassenprüferin gewählt worden. Mehrmals hatte sie in ihrem Stadtteil Bedingrade für „Essen steht AUF“ zur Kommunalwahl kandidiert.

 

Margrit war alleinerziehende Mutter. Sie hatte bis zu ihrer Rente viele Jahre in der Molekularbiologie des Uniklinikums in der Spülküche gearbeitet. Sie war lange Zeit im Personalrat des Uniklinikums aktiv und bis zur Rente ver.di-Vertrauensfrau.

 

Als Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und für eine bessere Gesellschaft war sie nicht nur Gewerkschafterin mit Leib und Seele. Sie war Antifaschistin und Internationalistin von ganzem Herzen. Seit August 2004 war sie eine feste Größe der Essener Montagsdemonstration und der bundesweiten Montagsdemo-Bewegung. In Essen war sie jahrelang Kassiererin der Montagsdemo und die letzten Jahre Kassenprüferin. Einige Jahre war sie für die bundesweite Koordinierungsgruppe der Montagsdemo-Bewegung im Büro tätig und vertrat mehrmals die Essener Montagsdemo als Delegierte bei den bundesweiten Treffen.

 

Trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme engagierte sie sich in den letzten beiden Jahren in der ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen,  ging mit Kindern schwimmen und strickte und häkelte mit den Frauen. Auf der Jahresabschlussfeier von „Essen steht AUF“ im Dezember 2016 wurde sie dafür gemeinsam mit anderen als „AUFrechte Essenerin“ des Jahres ausgezeichnet.

 

Mit Margrit verlieren wir eine engagierte Mitstreiterin, die uns sehr fehlen wird. Wir werden sie nicht vergessen. Denn sie gehört zu den Menschen, die durch ihr selbstloses Wirken Spuren hinterlassen.

Trotz aller Steine, die man den Veranstaltern in den Weg gelegt hat, fand die Infoveranstaltung zum Deputat-Klau am 9.5. erfolgreich statt. Hier die Pressemitteilung.

Achtung: Neuer Veranstaltungsort!

Mit der absurden Begründung, wegen der Beteiligung eines Vertreters der Internationalistischen Liste/MLPD als Einlader zur Deputat-Veranstaltung handele es sich  um eine Wahlveranstaltung wurde uns kurzfristig der fest zugesagte Raum im Jugendhaus Neuhof verweigert. Glücklicherweise konnten wir ebenso kurzfristig einen neuen Raum organisieren. Die Informationsveranstaltung findet nun in der traditionsreichen Bergarbeiter-Gaststätte "Fünf Mädelhaus" (siehe unten) statt. Bitte gebt diese Info an alle weiter, die Ihr schon eingeladen habt. Das Fünf-Mädelhaus ist nicht weit entfernt vom abgesagten Veranstaltungsort und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen (Straßenbahnlinie 107, Haltestelle Nikolausstr., von da in die Straße Hugenkamp gehen).

Auf Initiative der kämpferischen Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF", sowie von "Essen steht AUF" und der Internationalistischen Liste/MLPD findet nun auch in Essen eine Informationsveranstaltung zur Streichung der Energiebeihilfe durch die Ruhrkohle AG (RAG) statt. Die RAG will sich dieses Rentenbestandteils durch eine Einmalzahlung entledigen. Das wollen sich die betroffenen Bergleute, Bergbau-Rentner und -Witwen nicht gefallen lassen. Bereits über 700 Betroffene klagen dagegen.

Wir bitten unsere Leser, die Information über die Veranstaltung und die Einladung an Betroffene und Interessierte weiterzugeben. Sie kann unten heruntergeladen werden.

Deputat-Flyer_neu1.pdf
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Einladung zum Kommunalpolitischen Frühstück am 7. Mai

Neue Ausgabe der Zeitung von "Essen steht AUF" erschienen

AUF-Zeitung 27, Mai 2017 zum Download
AUF-Zeitung 27.pdf
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29.3.: "Essen steht AUF" im Essener Norden lädt zum  Stammtisch ein

Angeregt durch das Kommunalpolitische Frühstück am 19.2. wollen wir uns mit dem Nahverkehr im Essener Norden beschäftigen.

 

Ein Mitglied von "Essen steht AUF" hatte eine Eingabe zur letzten Sitzung der Bezirksvertretung V gemacht, auf die noch eine Antwort aussteht. Darin wird die Bezirksvertretung aufgefordert, sich gegen die geplante Taktverlängerung der Buslinie 140 am Samstag auszusprechen, die in der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes vorgesehen ist. In dem Zusammenhang wird sicher auch das Thema Feinstaub- und Stickoxid-Belastung insbesondere an Brennpunkten wie der B224 zur Sprache kommen. Die neue Greenpeace-Studie, in der Essen bei umweltgerechter Mobilität den drittschlechtesten Platz im Städteranking belegt, ist ein weiterer Schlag ins Kontor derjenigen, die den Titel "Grüne Hauptstadt" dazu missbrauchen, ein ziemlich durchsichtiges Greenwashing gegenüber den erheblichen Umweltproblemen in Essen zu betreiben.

 

Natürlich sind auch andere Themen willkommen, die den Besuchern des Stammtischs auf den Nägeln brennen.

 

Der Stammtisch findet statt
am Mittwoch, 29.03., 19:00 Uhr
wie immer in der Gaststätte „Bückmanns Mühle“, Schonnefeldstr. 86
(U-Bahn-Haltestelle: Kaiser-Wilhelm-Park).

27.3.: Montagsdemo gedenkt der Kämpfer der Roten Ruhrarmee

Dazu heißt es in einer Pressemitteilung:

 

Am Montag um 18 Uhr gedenkt die Essener Montagsdemonstration mit einem Zug von der Porschekanzel zum Wasserturm im Südostviertel den Märzkämpfen von 1920.

 

Als Reaktion auf den Putsch der Militaristen und Faschisten um Kapp riefen die Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen in ganz Deutschland zum Generalstreik. Unter anderem im Ruhrgebiet bildeten sozialdemokratische, kommunistiche, anarchistische und parteilose Arbeiter binnen weniger Tage bewaffnete Einheiten, um die junge demokratische Republik zu verteidigen.

 

Die Teilnehmer treffen sich um 18 Uhr an der Porschekanzel. Ein Demonstrationzug geht über die Steeler Str. bis zum Wasserturm, der Schauplatz heftiger Kämpfe war. Bei den dortigen Gedenktafeln wird gegen 18.45 Uhr eine Kundgebung stattfinden.

 

"In einer Zeit, wo erneut faschistische Diktaturen aufblühen, ist uns die Erinnerung besonders wichtig," so eine Vertreterin von Essen steht AUF, das den Aufruf unterstützt.

 

Elisabeth Briese von der MLPD ergänzt: "Für uns ist die Ehrung der Roten Ruhr Armee auch Mahnung, dass die Arbeitereinheit den Faschismus verhindern kann."

 

Die Kundgebung endet gegen 19.20 Uhr.

Essener Polizei beschneidet willkürlich und widerrechtlich das Demonstrationsrecht des Deutsch-Kurdischen Solidaritätsvereins und der Essener Montagsdemonstration

Am Montag, den 20. März wurde eine bereits genehmigte Kundgebung des Deutsch-Kurdischen Solidaritätsvereins zur Feier des kurdischen Neujahrsfests Newroz  mit fadenscheiniger Begründung kurzfristig verboten. Die Begründung lautete, man habe dadurch im Vorfeld mögliche Straftaten verhindert. Mit dieser Begründung kann man künftig jede Demonstration und Kundgebung "vorbeugend" verbieten.

 

Als daraufhin zahlreiche Kurdinnen und Kurden zur Essener Montagsdemo kamen, um gemeinsam mit der Montagsdemo das Newroz-Fest zu begehen, wurden sie von der Polizei des Platzes verwiesen.

 

Sowohl der Deutsch-Kurdische Solidaritätsverein wie auch die Essener Montagsdemonstration protestieren entschieden gegen diesen massiven Angriff auf die Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. In einer Erklärung der Essener Montagsdemonstration heißt es dazu:

 

Es ist ungeheuerlich, dass die anwesende Polizei kurz nach Beginn der Montagsdemonstration und Redebeiträgen von deutschen und kurdischen Teilnehmern die anwesenden Kurden vom Platz verweisen wollte.
Wir protestieren entschieden gegen die Unterdrückung der Rede- und Versammlungsfreiheit der kurdischen Kollegen und auch gegenüber der Montagsdemonstration. Die Montagsdemonstration hat den Essener Polizeipräsidenten aufgefordert, den für dieses Vorgehen verantwortlichen Polizisten eine Wiederholung zu untersagen und sich beim deutsch-kurdischen Solidaritätsverein und der Montagsdemonstration zu entschuldigen.

In einer Zeit, in der sich – angesichts der derzeitigen Verhältnisse in der Türkei – eine große Mehrheit in Deutschland gegen die Einschränkung demokratischer Rechte und Freiheiten und für Meinungsfreiheit ausspricht und engagiert, soll hier in Essen die Meinungsfreiheit unterdrückt und Teile der kurdischen Bevölkerung wie Kriminelle behandelt werden?

Die Montagsdemonstration solidarisiert sich mit den Kurdinnen und Kurden, die sich entschieden gegen die Unterdrückung durch die türkische Regierung engagieren. Ausdrücklich kritisieren wir, dass ihre am 20.3. geplante Demonstration nicht erlaubt wurde. Dieses Vorgehen reiht sich ein in diese politische Unterdrückung und verschärfte Gesetzgebung der Bundesregierung, die wir ablehnen.

Rassismus ist keine Alternative!

Unter diesem Motto rief am  25. 2. “Essen stellt sich quer – Bündnis gegen Rassismus und Faschismus“ zum Protest gegen die rassistische „Alternative für Deutschland“  auf. Die AfD NRW traf sich am Wochenende in der Messe Essen, um ihre Kandidaten für die Bundestagswahl aufzustellen. Bereits im Vorfeld bildete sich breiter gesellschaftlicher Widerstand dagegen, dass städtische Räume dafür vermietet wurden.

Viele Essenerinnen und Essener, auch Antifaschisten von auswärts kamen zusammen, um gegen Rassismus, Homophobie und Menschenfeindlichkeit der AfD zu demonstrieren. Ab 8.30 Uhr protestierten etwa 200 Leute aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Privatpersonen, Organisationen und Initiativen vor der Messe Essen gegen die Versammlung.

Ab 11 Uhr zog dann ein Demonstrationszug durch das belebte Rüttenscheid in die City zum Willy-Brandt-Platz, an dem über 800 Menschen teilnahmen. Die Demo ließ lautstark keinen Zweifel, dass die AfD eine Partei der Ausgrenzung und des Hasses ist vor allem gegen Geflüchtete ist.

Die Polizei wollte diese Demo zunächst nur ab 13 Uhr bestätigen, weil sie den Samstagseinkauf und -verkehr beinträchtige! Diesen unverschämten Angriff auf die Demonstrationsfreiheit nahmen wir nicht hin und erreichten gerichtlich, dass es ohne Zwischenkundgebung  bei Zeitpunkt und Route auf der „In-Meile“ Rüttenscheider Straße blieb!

Auffallend viele junge Leute, auch Familien mit Kindern nahmen teil.

Zahlreiche Redner – von AWO, SPD, Grünen, Linken, MLPD und „Essen steht AUF“ sowie Antifagruppen - ergriffen zum Auftakt und Abschluss das Wort. Kaum einer ließ einen Zweifel am faschistoiden Charakter der AfD, in der sich alte und neue Nazis tummeln und die sich einen faschistischen Flügel aufbaut. Man war sich einig: Rassismus ist keine Alternative, nicht in Essen oder anderswo.

Neue Ausgabe der Zeitung von "Essen steht AUF" erschienen

Download hier:

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19. Februar: erstes kommunalpolitisches Frühstück im neuen Jahr

Weg mit der 2,5%-Klausel zu Kommunalwahlen!

Stellungnahmen von Vertretern alternativer Kommunalwahlbündnisse in NRW

Montagsdemonstration protestiert gegen Abschiebungen

Einladung zur Protestaktion der 597. Montagsdemonstration am 16. Januar 2017 um 18 Uhr auf der Porschekanzel vor der Marktkirche

 

 

 

(NRZ, 14.01.2017)

 

Schluss mit der reaktionären Abschiebepolitik der Bundesregierung!

Asylrecht für alle Unterdrückten auf antifaschistischer Grundlage!

 

Große Empörung löste die Abschiebung einer aus dem Kosovo geflüchteten und bei uns heimisch gewordenen Familie kurz vor Weihnachten aus. In einer Nacht- und Nebelaktion wurden die Eltern mit ihren beiden Jungen unter massivem Polizeiaufgebot in den Flieger gesetzt; eine Petition für ihr Bleiberecht lief noch. Doch: ihre Unterstützung geht weiter!

 

Mit 212 Abschiebungen 2016 verdreifachte die Stadt Essen fast deren Anzahl. Und Oberbürgermeister Kufen kündigte an, diese noch rigoroser handhaben zu wollen. Grundlage dafür ist das von der Bundesregierung verabschiedete „Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz“, das immer mehr Länder zu „sicheren Herkunftsländern“ erklärt, wie Albanien oder den Kosovo. Auch kein Gebiet in Afghanistan ist „sicher“.

 

Aus Elend, Not und Krieg Geflüchtete werden wie Kriminelle behandelt, während der faschistische Berlin-Attentäter Amri sich frei bewegen konnte. Sogenannte "Gefährder" werden nicht sofort abgeschoben oder strafrechtlich verfolgt.

 

Wir lehnen jeden Generalverdacht gegen Flüchtlinge und abgelehnte Asylbewerber ab!

Wir fordern eine sofortige Beendigung der reaktionären Abschiebepolitik der Bundesregierung, der rot-grünen Landesregierung und der Stadt Essen!

Wir verteidigen das Asylrecht für alle Demokraten und Antifaschisten und die Einhaltung der UN-Charta der Menschenrechte für Flüchtlinge.

Dafür wollen wir mit unserer Kundgebung und Demonstration mit Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern, Demokraten und Antifaschisten ein Zeichen setzen.

"Essen steht AUF" protestiert gegen die brutale Abschiebung der Familie Vitija in den Kosovo!

Dazu erklärt AUF-Vorstandssprecher Dietrich Keil:

"Für das Kommunalwahlbündnis "Essen steht AUF" möchte ich den Protest ausdrücken gegen die brutale Abschiebung der Familie Vitija in den Kosovo am 20.12. Noch am Sonntag, den 18.12., war die Familie mit den beiden Söhnen bei unserer Jahresabschlussfeier mitten unter uns!
Diese unmenschliche Maßnahme ist aufs Schärfste zu verurteilen! Auch ein Artikel in WAZ/NRZ prangert das völlig zu Recht an.
Zugleich möchte ich unseren Dank aussprechen an alle, die sich seither für Geflüchtete und
direkt r diese Familie vorgestern bis zur letzten Minute gegen ihre Abschiebung eingesetzt haben."

 

Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen, zumal die unmenschliche Abschiebungspolitik gerade erst auf Hochtouren gebracht wird. Besonders perfide ist dabei, wenn ultrarechte und faschistoide Scharfmacher wie Seehofer und Petry faschistische Anschläge, wie den auf den Berliner Weihnachtsmarkt, dazu benutzen, um die Hetze gegen Flüchtlinge und ihre Kriminalisierung zu verschärfen.

Familie Vitija (ganz rechts im Bild) bei der Jahresabschlussfeier von "Essen steht AUF" am 18.12. Da waren sie noch voller Hoffnung, dass sie eine weitere Duldung erhalten

Ehrung der „AUFrechten Essener/innen 2016“ auf der Jahresabschlussfeier von „Essen steht AUF“

Das Courage-Zentrum war am 18. Dezember bis auf den letzten Platz besetzt. Auch einige Flüchlingsfamilien waren gekommen, um gemeinsam mit uns zu feiern. Es brach uns das Herz, als wir hörten, dass eine Familie aus dem Kosovo, die auf unserer Feier noch voller Hoffnung auf eine Bleibeperspektive war, am 20.12. unter skandalösen Umständen abgeschoben wurde. Wir werden darüber noch genauer berichten.

 

Höhepunkt der Jahresabschlussfeier war die Ehrung der diesjährigen „AUFrechten Essener/innen“. Es waren dieses Jahr acht Menschen, die sich besonders in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit engagiert haben. Die Geehrten haben allesamt diese Arbeit bescheiden und mit viel Herzblut  getan. Einige betonten deshalb, dass sie sich auch stellvertretend für alle geehrt fühlen, ohne die die vielfältige Flüchtlingshilfe nicht möglich wäre.

 

Geehrt wurden Dagmar Schmitt und Lesley Olsen, die beide in der inzwischen aufgelösten Unterkunft an der Tiegelschule wirkten. Desweiteren wurden geehrt: mit Susanne Keil, Fe Cosmo und Petra Kritzler gleich drei Courage-Frauen, sowie Margrit Weidenbach, Hartwig Mau und Paul Lavelle.

Die zu jeder Person gehaltene kurze Laudatio und ein paar Bilder im Folgenden. Wer noch brauchbare Bilder oder auch kurze Videos von der Feier hat, kann sie uns gerne zukommen lassen.

 

Herzlichen Dank an das Duo AUF-Takt, das unsere Feier musikalisch umrahmte, sowie an alle, die uns mit leckerem Selbstgebackenen versorgt haben.

Dagmar Schmitt (links): Dagmar ist sozusagen ein Urgestein einer internationalistischen interkulturellen Arbeit in Essen. Sehr viele Erfahrungen konnte sie dafür in ihrer aktiven Berufstätigkeit als Erzieherin und Leiterin in einer Katernberger Kita sammeln. Ohne zu zögern ging sie deshalb auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Spätsommer 2015 in die ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingsunterkunft an der Tiegelschule. Hier arbeitete sie nicht nur am Runden Tisch mit, sondern kümmerte sich persönlich um eine von Abschiebung bedrohte Familie aus dem Kosovo. Dagmar ermutigte insbesondere Frauen, mit uns gemeinsam für ihre Forderungen am Internationalen Frauentag und am 1. Mai auf die Straße zu gehen. Ihre besondere Liebe galt und gilt jedoch dem Frauenchor „Brücke“, aus dem sie selbst viel Kraft schöpft. Das ist gelebte Völkerfreundschaft, denn gerade beim gemeinsamen Singen und Musizieren von Menschen unterschiedlicher Kulturen, tritt alles Trennende und Spaltende in den Hintergrund. Dagmar war es auch, durch deren immer wieder begeisterte Berichte vom Frauenchor wir auf Lesley Olsen aufmerksam wurden.

 

Lesley Olsen: Lesley Olsen ist Dozentin für Querflöte an der Folkwang-Musikhochschule in Essen–Werden. Lesley übernahm vom Institut für Stadtteilentwicklung an der Uni Essen/Duisburg die Aufgabe, mit einer bestehenden Gruppe von Frauen und Mädchen aus Afghanistan, Syrien, dem Irak, Usbekistan und dem Kosovo  einen interkulturellen Chor in der Flüchtlingsunterkunft an der Tiegelschule aufzubauen. Das tat sie nicht nur sehr professionell, sondern vor allem mit großer menschlicher Wärme. Schnell wurde spürbar, welch einen Spaß alle Frauen haben beim Singen von Liedern aus der Heimat, gemeinsam gegen das Heimweh - die guten Erinnerungen bewahrend, glücklich sein - schlimme Gedanken, Erinnerungen für eine Weile verdrängen. Mit ihrer bescheidenen, herzlichen Art hat sie es geschafft, aus der bunt zusammengewürfelten Truppe einen ansehnlichen Chor zu formen, der auch schon verschiedene Auftritte hatte. Der Chor heißt einfach „Brücke“ – die Frauen gehen darüber, egal welcher Nationalität – die Brücke trägt alle, auf sie ist Verlass! Und er wird auch nach der Auflösung der Flüchtlingsunterkunft in der Tiegelschule weiterbestehen.

Susanne Keil: Sie ist der gute Geist der Essener Couragegruppe und war sofort mit dem Anwachsen der Flüchtlingszahlen in Essen aktiv und vor Ort. Natürlich lag und liegt ihr das Schicksal der geflüchteten Frauen besonders am Herzen und das ihrer Kinder. Schnell war die Idee von Deutschkursen für Frauen hier bei Courage geboren. Aber genauso wurde Susanne bei uns in Kray aktiv im Zeltcamp Bonifaciusstraße, gewann Mitstreiter aus der Nachbarschaft und der Giftschredder-Initiative dafür, verbündete sich mit weiteren Aktivistinnen um den örtlich RundenTisch, organisierte mit ihnen Schönes für die Kinder – kein Wunder, dass zwanzig von ihnen zu Susannes Geburtstag bei uns im Garten aufliefen. Sie mobilisierte für den stadtweiten Erfahrungsaustausch von Montagsdemo und Essen steht AUF, baute Unterstützung, Übersetzungen und Freundschaften auf, gewann einige zu den Kampftagen der kämpferischen Frauenbewegung. Und das geht auch weiter, nachdem die Freundinnen aus den Behelfsunterkünften in alle Winde verstreut sind.

Fe Cosmo (Mitte) und Petra Kritzler gleich im Doppelpack! Zwei, deren Wirken man nicht so sieht, ohne die aber vieles nicht laufen würde. Fe organisiert z.B. aktiv den Betrieb dieses Zentrums, aber ist zugleich mit ihrer lieben und direkten Art eine Vertrauensperson für die Mütter und Kinder, die hierher geflüchtet sind. Hilfe und Zuwendung sind für sie eine Selbstverständlichkeit, und das immer ganz praktisch. Auch in ihrem Wohnumfeld ist sie so zur Stütze einer Flüchtlingsfamilie geworden, um mit allen Widrigkeiten der Bürokratie fertig zu werden. Als Frau mit Courage hat sie Anteil daran, dass Courage eine gute Adresse für geflüchtete Frauen und Kinder ist.
Genauso Petra. Auch für sie sind der Frauenverband und das Couragezentrum eine Herzensangelegenheit. Sie ist beileibe keine Lehrerin, doch seit Beginn vor über einem Jahr macht Petra den Deutschkurs hier im Zentrum, eine zuverlässige Hilfe und Adresse für die Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder in der ungewohnten Welt voller Fragen und Sorgen. Flüchtlingsarbeit ganz direkt und praktisch im Blick auf den Kampf für die Befreiung der Frau – dafür stehen diese beiden AUFrechten Couragefrauen!

Hartwig Mau: Hartwig hat sich mit viel Engagement im Regionalteam Nord von „Essen steht AUF“ in der Flüchtlingsarbeit eingesetzt. Gemeinsam mit Volker Waimann besuchte er zunächst regelmäßig die Flüchtlingsunterkunft an der Kapitelwiese. Hieraus entstanden enge Kontakte zu Familien aus dem Kosovo oder aus Aleppo. Hartwig war kein Weg zu weit, um es möglich zu machen, dass Kinder dieser Familien z.B. an der Nikolausfeier der Kinderorganisation „Rotfüchse“ teilnehmen konnten.

Margrit Weidenbach: Sie ist nicht nur Kassenprüferin bei „Essen steht AUF“ sondern hat sich auch in Frintrop engagiert, nachdem die Walter-Pleitgen-Schule zur Flüchtlingsunterkunft wurde. Besonders haben sie die Aktionen der Neonazis gegen diese Flüchtlingsunterkunft bewegt, dort unter den Flüchtlingen aktiv zu werden. Mit viel Engagement und auch eigenem Geld hat sie begonnen mit den Frauen zu stricken. Dabei hat sie gesehen, dass die Kinder besonders viel Zuwendung brauchen. Seitdem geht sie teilweise mehrfach in der Woche mit Kindern in das Friedrich-Wennemann-Bad in Mülheim zum Schwimmen. Sehr zu schaffen macht Margrit, dass viele der Frauen und Kinder, mit denen sie zusammen war, inzwischen abgeschoben wurden.

Paul Lavelle: Paul ist irischer Staatsbürger, aufgewachsen im Apartheidsstaat Südafrika. Von dort ist er geflohen, weil er sich weigerte als Soldat auf schwarze Mitbürger zu schießen in Soweto. Für ihn als Flüchtling war es keine Frage, helfen zu wollen, als die Flüchtlingszahlen letztes Jahr hier stiegen. Zuerst kümmerte er sich alleine darum, suchte Kontakte und Verbindungen. So fand er über die Krayer Giftschredder-Initiative, wo er auch dabei ist, zu den Aktiven im Stadtteil vor allem im Bonifaciusdorf, zum runden Tisch dort und jetzt auch in Steele - und zu den Beratungen und dem Austausch von Essen steht AUF. Der Weg vom persönlichen Engagement auch zu einem politischen ist kennzeichnend für Paul, AUFrecht wie er ist!

Mit zwei Millionen jährlich belastet der Steag-Deal von 2011 inzwischen die Stadtwerke Essen und damit die Stadtfinanzen. Ihre Hilflosigkeit angesichts dieser Misere haben sich die Ratsparteien selbst zuzuschreiben. Die FDP war zwar gegen den Deal, weil ihr immer „Privat vor Staat“ geht. Nur „Essen steht AUF“, damals im Rat vertreten, zeigte auf, dass der Deal komplett nach den Bedingungen der RAG als Verkäufer der Steag ablief. Sie wollte ihre schon damals absehbar unrentablen Kohlekraftwerke loswerden auf Kosten der Steuerzahler. Inzwischen geht die Steag im Ausland auf Profitjagd mit hohem Verlustrisiko, das die Bürger tragen sollen, und steigt auch in die extrem umweltschädliche Müllverbrennung ein. Die Warnung, dass anders als das Stromnetz die Stromerzeugung und -handel keinesfalls kommunale Aufgaben sind, verhallte ungehört: Alle anderen Ratsparteien stimmten dem Deal zu. Jetzt haben sie den Salat.

Müllverbrennung: Umweltverbrechen oder "erneuerbare Energie"?

Am 18.11.16 meldete die WAZ: "Steag setzt auf Müllverbrennung".

Dazu schrieb unser Vorstandsmitglied Dietrich Keil in einem Leserbrief:

 

Strom aus Müll klingt gut. Tatsächlich steigt die kommunale Steag in das extrem umweltschädliche Müllverbrennungsgeschäft ein: MVAs zählen neben Kohlekraftwerken zu den schlimmsten Emittenten des Klimakillers CO². Nur ein geringer Bruchteil des energiereichen Wertstoffs Müll wird in sog. Müllheizkraftwerken wie Karnap in Strom oder Wärme umgewandelt, ihr Geschäft machen sie mit Müllverbrennung. Diese Energie als „Erneuerbare“ zu verbuchen ist ein Hohn: Man schreibt sich einfach den Betrag CO² als „erneuerbar“ gut, der bei Kohleverbrennung angefallen wäre. Der enorme CO²-Ausstoß der Müllverbrennung zählt nicht.

Dietrich Keil
 

Einladung zum nächsten Stammtisch der Bezirksgruppe Nord von "Essen steht AUF"

Liebe Freunde und Mitstreiter von Essen steht AUF,
Ende diesen Monats steht unser nächster Regional-Stammtisch an. Ich lade euch herzlich dazu ein.
Der Treff findet statt


am Mittwoch, 30.11., 19:00 Uhr
wie immer in der Gaststätte „Bückmanns Mühle“, Schonnefeldstr. 86
(U-Bahn-Haltestelle: Kaiser-Wilhelm-Park).


Natürlich gibt es zur Flüchtlingsarbeit einiges zu besprechen. Inzwischen entwickelt sich der Zusammenschluss mit Flüchtlingsfamilien vor allem aus Syrien sehr positiv. So waren wir mit einigen Syrern bei der eindrucksvollen Kundgebung und Demonstration gegen die Bombardierung von Aleppo in Gelsenkirchen, an der sich fast 500 Menschen beteiligten, und haben mit Flüchtlingen das gleiche auch in Essen gemacht. Auch ist es durch unsere Protestaktionen gelungen, die menschenfeindliche „Wohnsitzauflage“ des neuen (Des-)Integrationsgesetzes de facto weitgehend außer Kraft zu setzen.


Nachdem in Essen die letzten Zeltdörfer abgebaut sind, rückt, denke ich, der Kampf um ausreichend Wohnraum und zusätzliche Stellen im Bildungswesen in den Mittelpunkt.

 

Herzliche Grüße

 

Hartwig Mau

Das Bild von der Demonstration gegen die Wohnsitzauflage am 19.11. in Düsseldorf schickte uns unser Mitglied Olaf Swillus.

Neue Ausgabe der Zeitung von "Essen steht AUF" erschienen.

AUF Zeitung 25.pdf
PDF-Dokument [1.9 MB]

Soeben ist dieser gemeinsame Flyer alternativer Wahlbündnisse in NRW gegen die vom Landtag im Sommer beschlossene 2,5%-Sperrklausel bei Kommunalwahlen erschienen.

Er ist in Papierform in unserer Geschäftsstelle oder auf der Montagsdemo erhältlich und kann hier heruntergeladen werden:

Flugblatt Sperrklausel_web.pdf
PDF-Dokument [2.4 MB]
Montagsdemo in Gelsenkirchen für Frieden in Syrien am 17.10.2016

Friede für Syrien und die ganze Welt!

Sofortiger Stopp der Bombardierungen von Aleppo!

 

Einladung zur 588. Montagsdemonstration mit Brennpunkt Syrien am 7.11.2016 um 18 Uhr auf der Porschekanzel vor der Marktkirche

 

In Syrien treffen derzeit alle Großmächte aggressiv aufeinander. Sie tragen ihre Konkurrenz und ihren Kampf um Macht und Einfluss auf dem Rücken der Masse der syrischen Bevölkerung aus. Dabei werden Kriegsverbrechen begangen: Krankenhäuser werden bombardiert, die letzte Blutbank in Aleppo wurde zerstört, unter den zehntausenden Toten sind die allermeisten Zivilisten, die Trinkwasserversorgung ist zerstört usw. Kräfte, die in Syrien für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte kämpfen, werden brutal unterdrückt. Humanitäre Hilfskräfte werden in ihrer Arbeit massiv behindert bzw. ihre Arbeit sogar unmöglich gemacht. Die UNO hat keine Handlungsfähigkeit in Syrien mehr.

Von dieser Situation kann eine Weltkriegsgefahr ausgehen! Deshalb muss die weltweite Friedensbewegung den Kampf um den Weltfrieden, Frieden für Syrien und einen sofortigen Stopp aller Bombardierungen von Aleppo aufnehmen!

Wir wollen dazu ein starkes Zeichen setzen zusammen mit Flüchtlingsinitiativen und allen friedensbewegten Menschen.

Einladung zur Montagsdemonstration am 7. November (arabisch/deutsch)
Einladung MoDe 7.11. zweisprachig.pdf
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Weltweiter Klimaaktionstag

 

Samstag, 12. November 2016, 12:30 Uhr, Porschekanzel, Essener City

 

Um die Rettung der Umwelt und des Weltklimas müssen wir uns selber kümmern!

Der Vertrag, der auf der UN-Weltklimakonferenz im Dezember 2015 in Paris geschlossen wurde, weckt viele Hoffnungen, wird der beschleunigten Verschärfung der Klimakrise aber in keiner Weise gerecht. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hat sich die Erde bereits um mindestens 1,2 Grad erwärmt. Die Art und Weise, in der heutigen Gesellschaft zu produzieren, zu konsumieren und zu leben, führt zu einem rücksichtslosen Raubbau an Mensch und Natur und einer Umweltzerstörung in globalem Ausmaß. Wir dürfen nicht erwarten, dass das Wissen um die Dringlichkeit bei den Verursachern und politisch Verantwortlichen zu praktischen Konsequenzen führt.

 

Deshalb fordern wir drastische Sofortmaßnahmen

für den Klimaschutz:

 

  • Sofortiger Ausstieg aus den fossilen Energien und konsequenter Umstieg auf erneuerbare Energien
  • Ausstieg aus der Atomenergie - sofort
  • Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
  • Umweltfreundliche und am Gemeinwohl orientierte Produktion
  • Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfproduktion
  • Umstellung auf Klima und Umwelt schonende ökologische Anbaumethoden und artgerechte Tierhaltung
  • Umweltbewusste Ernährung, v.a. Reduzierung des Fleischkonsums
  • Für den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt, Stopp der zerstörerischen Rodung der Regenwälder
  • Verantwortung für Klimaflüchtlinge

 

Reihen wir uns ein in die weltweite Bewegung für die Rettung der Umwelt und des Weltklimas mit einer gemeinsamen Kundgebung um 12:30 Uhr an der Porschekanzel in der Essener City mit Dialoggesprächen und Infoständen

 

Initiativgruppe Weltklimatag 2016

Aufruf zu einer gemeinsamen Aktion anläßlich des Weltklimatags
aufruf_weltklimatag_2016_final.pdf
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Glückwunsch zum Schredder-Aus in Kray

 

 

 

Das kommunale Wahlbündnis „Essen steht AUF“ gratuliert der Bürgerinitiative gegen „Gift“-Schredder in Kray zu ihrem tollen Erfolg – der Stilllegung der beiden Schredder der Firma Richter zum Jahresende.

 

Diese Schredder sind verantwortlich dafür, dass in der Luft der umliegenden Wohngebiete die höchsten je in NRW gemessenen Werte des Ultragiftes PCB auftraten. Seit rund 20 Jahren kämpfen Anwohner in Kray gegen dieses Umweltverbrechen. In dieser Zeit wurden sie von den Verantwortlichen der Stadtverwaltung hingehalten und mit dem „Argument“ des Bestandsschutzes für die Firma Richter abgespeist. Noch im April dieses Jahres boykottierten die Umweltbehörden von Land, Bezirksregierung und Stadt eine Bürgerversammlung, auf der sie Rede und Antwort stehen sollten.

 

Die Bürgerinitiative hatte mit einer großen Demonstration in Kray vor einem Jahr, mehreren Bürgerversammlungen, einer kämpferischen Aktion vor dem Rathaus und einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit den politischen Druck auf Richter und die Stadt deutlich verstärkt. Insbesondere der Slogan „Grüne Hauptstadt“, aber PCB in Kray – wir sagen nein“ setzte die Stadtverwaltung unter Zugzwang. Auf einmal war es sogar möglich, Richter strengere Auflagen zu machen.

 

Die Stilllegung der Schredder ist ein ermutigender Erfolg einer kämpferischen Umweltbewegung, der zeigt: Organisiert und mit langem Atem kann sie etwas bewegen. Wenn die Grünen-Fraktionsvorsitzende Schmutzler-Jäger stattdessen einen „großen Erfolg der Umweltverwaltung“ sieht,  geht das voll an der Realität vorbei. Denn diese musste die ganze Zeit zum Jagen getragen werden.

 

Regelrecht schäbig ist jedoch der Versuch der Firma Richter, den angedrohten Verlust von 30 Arbeitsplätzen dem berechtigten Kampf der Bürgerinitiative anzulasten und damit Umweltschutz gegen Arbeitsplätze auszuspielen. Die Firma hätte längst mit der geforderten sicheren Einhausung ihrer Anlagen Arbeitsplätze sichern und neue schaffen können. Sie trägt die Verantwortung, sollten jetzt Arbeitsplätze verloren gehen.

 

„Essen steht AUF“ fühlt sich seit seiner Gründung 2003 dem Kampf gegen die Giftschredder verbunden und hat ihn nach Kräften unterstützt. Das PCB-Problem hat zudem eine Dimension, die weit über Kray hinausgeht, wie sich z.B. in der Einlagerung von PCB und anderem Giftmüll in stillgelegten Kohleschächten zeigten. Für diesen Kampf sind die Krayer Erfahrungen lehrreich und ermutigend.

 

Glück auf!

Kämmerer wird Co-Chef der Stadtwerke: Wechsel mit „Gschmäckle“?

Sieben Jahre war Lars Martin Klieve (CDU) Kämmerer unserer Stadt und als solcher ein fleißiger Produzent von Schlagzeilen, die ihn als eisernen Sparfuchs mit der Lizenz zur Rettung der Stadt vor dem finanziellen Kollaps ausweisen sollten. Zuletzt überschlugen sich die Medien regelrecht, weil erstmals seit Jahren ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt wurde - so als ob damit auch nur ein Euro der über 5 Milliarden städtischer Schulden getilgt wäre. Angesichts der Legendenbildung um Klieve, geht unser ehemaliger Ratsherr Dietrich Keil auf seine wirkliche Rolle ein:

 

Klieves Wechsel in den Chefsessel der Stadtwerke hat den ganz normalen Beigeschmack der Versüssung des Postenschachers bei kommunalen „Töchtern“, die sich gern als „Konzern Stadt Essen“ verstehen, es aber nur bei den Gehältern ihrer Vorstände sind. Ansonsten haben sie 1,9 Mrd. Schulden angehäuft, die zu den 3,3 Mrd. der Verwaltung zuzurechnen sind. Daran hat Klieve nichts geändert als Kämmerer. Vielmehr wollte er noch 2011, als die Finanzkrise längst da war, die verlustreichen Frankenkredite verdoppeln. Dabei spielte selbst seine CDU nicht mit. Sein Meisterstück war die sog. „Klievekurve“, nach der dank seines Wirkens das Eigenkapital der Stadt nie unter Null rutschen und die völlige Überschuldung nie eintreten würde. Das ist aber längst der Fall. Die schönen Grafiken sind sang- und klanglos aus dem Verkehr gezogen. Klieve wird wissen, warum er den Wechsel will. Sein Ruf als Sparfuchs trifft allenfalls Essens Bürger, die jetzt vor verschlossenen Bürgerämtern stehen oder in der Zulassungsstelle verzweifeln.

 

Dietrich Keil, früherer Ratsherr „Essen steht AUF“

STEAG-Krise absehbar

In einem Leserbrief ging unser Vorstandsmitglied Dietrich Keil am 3.10.16 auf die Berichterstattung zur Krise der STEAG ein:

 

Millionenverluste für die Stadt bzw. ihre Bürger hatte „Essen steht AUF“ schon bei der Ratsentscheidung in 2011 vorausgesagt und dagegen gestimmt. Zu deutlich war, dass der Steag-Deal komplett nach den Bedingungen von Evonik als Verkäuferin ablief: Man wollte zügig die teils veralteten „Fossile“ der Kohleverstromung loswerden, deren CO2-Bilanz verheerend und weltweit der Hauptfaktor für die steigende Klimaerwärmung ist. Die abzusehenden Verluste durch geringe Auslastung, neue technische Anforderungen oder Stilllegungen sollten auf die Kommunen abgewälzt werden. Alle Ratsparteien stimmten dennoch dem Deal auf Pump zu, unverantwortlich für die hoch verschuldete Stadt. Außer der FDP natürlich gemäß ihrem Mantra „Privat vor Staat“. Jetzt ist Essen Mitbetreiber eines Energiekonzerns, der 1000 Stellen abbauen will. Der mit Kohle aus Kolumbien handelt, unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut. Der zur Beschleunigung der Umwelt- und Klimakatastrophe beiträgt – passend zur „Grünen Hauptstadt Europas“… Abzusehen ist eine Sackgasse, wenn nicht ein Absturz der Steag. Essen ist mit 15 Prozent dabei, und 70 Mio. Verlust wären dann Untergrenze.

Dietrich Keil, früherer Ratsherr „Essen steht AUF“

400 solidarische TeilnehmerInnen, 15 Städte, Menschen aus mindestens 9 Ländern: ein klares NEIN zur Wohnsitzauflage – ein klares JA zu Demokratie, Verbrüderung und Freiheit!

Den ganzen Bericht über die ruhrgebietsweite Montagsdemo könnt Ihr hier lesen bzw. herunterladen:

PM Montagsdemo 260916.pdf
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26.9.16: Ruhrgebietsweite Demonstration gegen Integrationsgesetz und Wohnsitzauflage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachfolgend der Gelsenkirchener Aufruf zu einer ruhrgebietsweiten Demonstration gegen Integrationunsgesetz und Wohnsitzauflage, dem sich die Essener Montagsdemonstration bereits angeschlossen hat. Auch "Essen steht AUF" ruft mit zu dieser Demonstration auf.

 

Am 26.9.2016 um 17.30 Uhr in Gelsenkirchen, Bahnhofstr.
Preuteplatz vor Primark


Stoppt die „Wohnsitzauflage“ und ihre rückwirkende Anwendung!

Im Brennpunkt: das Integrationsgesetz der
Bundesregierung


In Städten wie Gelsenkirchen, Essen, Bochum protestieren Flüchtlinge gegen die „Wohnsitzauflage“. Sie klagen an: „Wir sind vor Krieg und Zerstörung geflohen und haben
begonnen, uns hier wieder ein Leben aufzubauen. Das Gesetz wirft uns auf Punkt Null zurück und zerstört unsere Hoffnungen“.
Die Montagsdemo Gelsenkirchen erfuhr am 15.8.2016 von den Flüchtlingen, welche Existenznöte durch die Umsetzung der „Wohnsitzauflage“ entstehen, die in GE zunächst
besonders schnell und rücksichtslos umgesetzt wurde. Das hieß für alle zwischen dem 1.1. - 6.8.2016 gekommenen anerkannten Flüchtlinge: sie bekamen Ablehnungsbescheide vom Jobcenter, somit kein Geld, waren nicht mehr krankenversichert und sollten Gelsenkirchen verlassen. Viele haben zusammen gegen dieses unfreundliche Gesetz gekämpft und erste Erfolge erreicht, nämlich eine Aussetzung der „Wohnsitzauflage“ in Gelsenkirchen bis zum 31.10.2016.

 

Aber damit können wir uns nicht zufrieden geben. Wir schließen unsere Kraft zusammen! Keine rückwirkende Anwendung der „Wohnsitzauflage“ – wir kämpfen darum zu bleiben! Wer vor Krieg und Terror flüchten musste, soll in Frieden und ohne Angst leben können!


Kommt und mobilisiert alle zur Demo am 26.9.2016 nach Gelsenkirchen!


Martina Reichmann und Thomas Kistermann für die Montagsdemo Gelsenkirchen

Mohamed Ayman Al Homsi und Samih Almasri für die Flüchtlingsinitiative Gelsenkirchen

 

Aufruf zur ruhrgebietsweiten Demonstration am 26.9.16 in drei Sprachen
160916 Aufruf der Flüchtlingsinitiative [...]
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25.9.16: Geburtstagsfeier des Couragezentrums Essen

19.9.16: Erfolgreiche gemeinsame Demo von Flüchtlingen, Flüchtlingshelfern und Montagsdemo gegen „Wohnsitzauflage“

 

Montagsdemo und Aktivisten erklärten sich am 19. September 2016 solidarisch mit einem breiten Protest von Geflüchteten vorm Essener Ausländeramt gegen ihre Abschiebung zurück in ihre Ankunftsstädte in Deutschland, die das neue (Des-)Integrationsgesetz verfügt. Dass sie längst hier heimisch geworden sind, aber das Ausländeramt monatelang ihre Registrierung verschleppt hat, trifft viele hundert Menschen, die  so entwurzelt werden sollen.

 

Die Protestierenden wurden mit dem Syrischen Förderverein eingeladen zur Montagsdemo am Abend. Und viele kamen, mit Schildern und Transparenten. Tadellos klappte die Übersetzung, viele Schicksale wurden berichtet, und die Gemeinsamkeit des Kampfes stand im Mittelpunkt: Wir wollen keine Menschen zweiter und dritter Klasse! Dafür traten die rund 100 Teilnehmer ein und marschierten durch die Innenstadt.

 

Wut über Oberbürgermeister Kufen, der eine „robuste Wohnsitzauflage“ begrüßt hatte, auch wenn die rückwirkende Umsetzung ab 1. Januar in Essen so erstmal nicht stattfindet. Und großes Interesse aller, am nächsten Montag gemeinsam zur revierweiten Montagsdemo nach Gelsenkirchen zu fahren. Spürbar war, das ist erst der Anfang eines wachsenden Protestes, der die Regierung herausfordert und ihr reaktionäres Gesetz zu Fall bringen kann.

19.9. vormittags: Flüchtlingsprotest vor dem Essener Ausländeramt

19.9. abends: gemeinsamer Protest von Flüchtlingen und Essener Montagsdemo gegen die Anwendung der Wohnsitzauflage auf Flüchtlinge, die vom Ausländeramt nicht rechtzeitig einen Termin zur Anmeldung erhielten.

19.9.: Zweiter Protest von Flüchtlingen gegen die Umsetzung der "Wohnsitzauflage" in Essen

Morgens vor dem Ausländeramt, abends gemeinsam mit der Montagsdemonstration

Seit Inkrafttreten des neuen "Integrationsgesetzes" am 6.8.2016 kam es unter anderem in Gelsenkirchen, Bochum und Essen zu Protesten dagegen, insbesondere wegen der "Wohnsitzauflage" und ihrer rückwirkenden Anwendung auf Flüchtlinge, die nach dem 1.1.16 ins Land kamen.

 

Nach dem ersten Protest syrischer Flüchtlinge am 9. September vor dem Ausländeramt in Essen wollen die Betroffenen mit einer zweiten Aktion den politischen Druck erhöhen. Der unterstützende "Syrisch-deutsche Förderverein e.V." hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben, die wir nachfolgend dokumentieren:

 

Am 19. September werden Flüchtlinge eine zweite Protestaktion vor dem Ausländeramt (Schederhofstraße 45) durchführen. Der Protest richtet sich gegen die Anwendung der Wohnsitzauflage des Integrationsgesetzes auf Flüchtlinge, die in den Sommermonaten im guten Glauben und mit Zustimmung der Sozialbehörden nach Essen gezogen  sind.  Sie sollen nun in das Bundesland zurückgeschickt  werden, über das sie eingereist sind, nur weil das Ausländeramt nicht in der Lage war, ihnen rechtzeitig einen Termin bis zum 6. August zu geben.

Wir begrüßen es, dass die Stadt Essen die Wohnsitzauflage nicht rückwirkend zum 1.1.2016 anwendet. Umso unverständlicher finden wir es, dass gegenüber der obengenannten Gruppe von Flüchtlingen, die bereits auf einem guten Weg der Integration sind, völlig unnötige Härten erzeugt werden.

 

Wie schon bei der ersten Aktion soll mit dem Protest auch deutlich werden, dass das Integrationsgesetz die Integration von Flüchtlingen behindert, indem es Menschen zweiter und dritter Klasse schafft, für die Grundrechte wie die freie Wohnortwahl nicht gelten und denen zur Durchsetzung der Wohnsitzauflage sogar die Existenzgrundlage entzogen werden kann.

 

Die Protestaktion beginnt am Montag, den 19. September ab 9 Uhr und geht bis etwa 13 Uhr. Ab  18 Uhr  wollen wir unseren Protest auf der Porschekanzel (vor der Marktkirche) bei der Essener Montagsdemonstration fortsetzen, um ihn einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Kommunalpolitisches Frühstück am 7. August

Trotz Urlaubszeit und anderer Veranstaltungen war das Frühstück gut besucht und es gab eine lebendige Diskussion über die massiven Verschärfungen im Hartz-IV-Regime und unsere Alternativen. Eine interessante Diskussion gab es auch zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen", das von den Teilnehmern des Frühstücks nicht als eine Alternative zu Hartz IV gesehen wurde.

Hier der Einleitungsbeitrag zum Nachlesen:

Einleitungsbeitrag zum Kommunalpolitischen Frühstück zur Hartz-IV-"Reform"
Einleitungsbeitrag Frühstück 070816.pdf
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Redebeitrag zum "bedingungslosen Grundeinkommen"
160807 Redebeitrag Grundeinkommen.pdf
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In einer Pressemitteilung vom 31.05.2016 fordert "Essen steht AUF":

Zeltdörfer beschleunigt abschaffen

Zeltdörfer nach Größe und Zahl wie in Essen, ohne Intimsphäre für die Menschen dort, ohne Möglichkeiten, ein halbwegs eigenbestimmtes Leben, schon gar nicht als Familie, führen zu können, sind einmalig in Deutschland. Doch sie abzuschaffen bleibt ein Lippenbekenntnis, auch der beiden Irak-Reisenden OB Kufen und Sozialdezernent Renzel.

Angesichts der fast leer stehenden Landeseinrichtung in Fischlaken und dem völlig überstürzt geräumten Optipark sollte alles unternommen werden, diese Einrichtungen für eine menschenwürdigere  Unterbringung zu nutzen und die Zeltdörfer beschleunigt abzuschaffen.  Zelte sind nicht nur viel teurer, sie sind inhuman. „Essen steht AUF“-Sprecher Dietrich Keil fordert insbesondere, die Wohnungsvermittlung zu intensivieren, damit eine Integration der Neubürger Essens auf Augenhöhe voran kommt. „Wenn inzwischen Betrüger Flüchtlinge ausnehmen für die Vermittlung einer Wohnung, dann ist dringend geboten, die schon im Februar vereinbarte Vermittlungsagentur von Stadt und Allbau sofort starten und nicht weiter Zeit verstreichen zu lassen.“

Einladung zum kommunalpolitischen Frühstück am 29. Mai 2016

Einleitungsbeitrag zum Kommunalpolitischen Frühstück am 29.05.2016
Einleitungsbeitrag Frühstück_290516.pdf
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Prima Klima in Essen? Zur Bewerbung als "Grüne Hauptstadt Europas"

Vortrag von Dietrich Keil auf dem kommunalpolitischen Frühstück am 14.06.15

Prima Klima in Essen? Vortrag beim kommunalpolitischen Frühstück am 14.06.15
Vortrag PrimaKlima AUF-Frühstück 14.6.15[...]
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Protest gegen Kahlschlag-Pläne bei der EVAG

Am Mittwoch, den 27. Mai demonstrieren Kolleginnen und Kollegen der EVAG gemeinsam mit den im unbefristeten Streik stehenden Erzieherinnen, Erziehern und Sozialarbeitern gegen die Kahlschlagpläne bei der EVAG vor dem Rathaus.

Worum geht es? Dazu schreibt ver.di:

 

Der Fortbestand von Bus und Bahn in unserer Stadt ist stark gefährdet. Der Grund: Die seit Jahren zwingend notwendigen Zuschüsse der Stadt Essen an die Essener Verkehrs-AG drohen wegzubrechen, da die städtische Haushaltslage kritischer denn je ist. Wie es mit Bus, Bahn und hunderten Arbeitsplätzen in unserer Stadt weitergehen soll, ist bisher unklar.

Befristete Arbeitsverträge werden bereits nicht mehr verlängert. Die ersten Mitarbeiter haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren. Die Belastungen an das Fahrpersonal werden zunehmen. Das geht auf die Gesundheit der Beschäftigten. In Folge dessen wird es im Nahverkehr unweigerlich zu Leistungseinschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger kommen. Aber nicht mit uns!

Die EVAG bewegt täglich 340.000 Fahrgäste in unserer Stadt. Dies erfordert qualifiziertes, gut ausgebildetes und vor allem ausreichend Personal. Rund 500 Stellen wurden bereits in den vergangenen Jahren abgebaut. Ein weiterer Stellenabbau hätte katastrophale Folgen. EVAG wird ihre Finanzprobleme nicht aus eigener Kraft lösen können, soviel ist sicher. Die Stadt Essen als kommunaler Verkehrsträger steht hier ganz klar in der Verantwortung. Sie hat dafür Sorge zu tragen, dass die EVAG die erforderlichen Zuschüsse zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Personennahverkehrs bekommt.

Die Verfügung der Regierungspräsidentin trifft uns ins Mark. Vom Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) und Stadtkämmerer Lars Martin Klieve (CDU), aber auch von der Politik, fordern wir, dass sie alles unternehmen, um Schaden von der Essener Verkehrs-AG und der Belegschaft abzuwenden.

Die Gefahr, dass Bus und Bahn ausgedünnt und Strecken stillgelegt werden, ist groß. Zu groß! Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen! Dagegen hilft nur breiter Widerstand!

Der Essener Nahverkehr ist die Seele von Essen! Stirbt der Nahverkehr, stirbt Essen!

 

Kommt morgen zur Kundgebung vor dem Rathaus (14 Uhr) und unterstützt die ver.di-Forderungen mit Eurer Unterschrift (Liste zum Herunterladen unten oder online: http://verdi-essen-verkehr.de/?p=257)

ver.di-Unterschriftenliste gegen Kahlschlag bei der EVAG
Unterschriften-Aufruf-EVAG.pdf
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Keine Ausgrenzung linker Positionen am 1. Mai!

Aktuelle Pressemitteilung

1. Mai 2012: Infostand von Essen steht AUF auf dem Burgplatz

In der WAZ von heute wird über die Vorbereitungen der gewerkschaftlichen Demonstration und Kundgebung zum 1. Mai berichtet, dass sich 40 unterschiedliche politische Gruppierungen angemeldet haben. Weiter heißt es dann:

„Nicht dabei sein darf die linksextreme Splittergruppe MLPD, die sich bitter beschwert, dass sie keinen Infostand aufbauen darf. ´Die Marxisten haben wir noch nie eingeladen, die sind einfach gekommen´, wiegelt Dieter Hillebrand, DBG-Stadtverbandsvorsitzender, allerdings ab.“ (WAZ, 28.04.15)

 

Der Vorstand des Wahlbündnisses „Essen steht AUF“  hat gestern in einer Erklärung an den Essener DGB-Vorstand gegen diese undemokratische Willkürmaßnahme protestiert und den Essener DGB-Vorstand aufgefordert,  diesen Beschluss zurückzunehmen.

 

Darin heißt es unter anderem:

„Es gibt in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung eine Reihe kontroverser Auseinandersetzungen, sowohl in Tagesfragen wie auch in der Frage einer gesellschaftlichen Alternative zum Kapitalismus. Wollte man sie mit  administrativen Methoden „lösen“, wäre das Ergebnis eine Zersplitterung zum Schaden der gewerkschaftlichen Einheit und Solidarität. Sozialistische und kommunistische Positionen haben immer zur Gewerkschaftsbewegung gehört. Euer Versuch, eine bestimmte Position aus diesem Spektrum auszugrenzen, ist offensichtlich antikommunistisch motiviert und durch nichts zu rechtfertigen. Denn weder könnt Ihr der MLPD irgendein gewerkschaftschädigendes Verhalten nachweisen, noch habt Ihr das Recht, sozialistische Positionen aus der Gewerkschaftsbewegung auszugrenzen. … Es ist unbestritten, dass die MLPD Teil der Arbeiterbewegung auch in Essen ist. Das wird allein dadurch dokumentiert, dass die MLPD seit ihrer Gründung 1982 ununterbrochen fester und verlässlicher Bestandteil der 1. Mai-Demonstration und -Kundgebung ist.“

 

Nach unseren Informationen hat die Essener DGB-Spitze in den vergangenen Jahren tatsächlich die MLPD nie eingeladen, am 1. Mai einen Infostand zu machen, im Gegensatz zu vielen anderen (auch linken) Parteien und Organisationen, darunter auch „Essen steht AUF“. Allerdings hat sich die MLPD diese willkürliche Ausgrenzung nie gefallen lassen und in all den Jahren von sich aus die Teilnahme mit einem Infostand beantragt. Das wurde ihr jahrelang verweigert, meist ohne eine Begründung.

 

Dieses Jahr wurde nun die Gangart verschärft. Anträge der „Bürgerbewegung für Kryorecycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz“ und der „Umweltgewerkschaft“ auf einen Infostand wurden einfach abgelehnt und dabei in einem Aufwasch der MLPD ebenfalls ein Stand untersagt, noch bevor sie selbst einen beantragt hatte.

 

In unserem Personenbündnis arbeiten seit seiner Gründung Mitglieder der MLPD aktiv mit und haben dabei immer den überparteilichen Charakter von „Essen steht AUF“ respektiert und verteidigt. Die MLPD mittels willkürlicher Ausgrenzung vom 1. Mai fernzuhalten zu wollen, ist kein Zeichen einer solidarischen Streitkultur, wie sie in der Arbeiterbewegung üblich sein sollte. Deshalb werden wir der MLPD solidarisch beistehen, ihr Recht auf gleichberechtigte Teilnahme an den gewerkschaftlichen 1. Mai-Aktivitäten wahrzunehmen.

Presseerklärung zum Herunterladen
PM gegen willkürliche Ausgrenzung linker[...]
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Essen „Grüne Hauptstadt“? Und überall PCB…

In Essen-Kray stoßen die Schredderanlagen der Fa. Richter seit Jahrzehnten so viel PCB aus, dass die Stadt immer wieder vor dem Verzehr bestimmter Gemüse im Umfeld warnte, weil die PCB-Belastung gefährlich ist. In die Gärten kommt sie durch die Krayer Luft, die die Menschen dort Tag für Tag atmen: Am 21. April erweiterte die Stadt nach erneut gestiegenen PCB-Werten den Bereich der „Nichtverzehrempfehlung“ auf den halben Stadtteil Kray-Nord!

 

Angesichts der Tatsache, dass die Stadt seit Jahrzehnten das PCB-Problem nicht in den Griff bekommt, mutet die Bewerbung um den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ doch eher lächerlich an. Wenn Umweltdezernentin Raskob verspricht, „dass die Krayer ihr Gemüse wieder essen können“ – sie hat zehn Jahre Zeit dafür gehabt! Es wurde gemessen und gemessen, aber nichts geändert. Stattdessen begründet Raskob ihre Untätigkeit mit dem abgedroschenen Argument des „Bestandsschutzes“ für die Firma Richter.

 

Die Krayer Bürger wollen sich nicht länger hinhalten lassen. Sie reaktivierten die Bürgerinitiative gegen den „Gift“Shredder, die seit Jahrzehnten Widerstand geleistet hat und auch zeitweise Verbesserungen erreichte. Essen steht AUF unterstützt die Forderungen nach Stilllegung einer solchen Anlage mitten im Wohngebiet und nach Einhausung der gesamten Anlagen in Kray!

 

PCB (polychlorierte Biphenyle) zählen zu den zwölf Ultragiften und sind seit den 80er Jahren verboten. Sie sind weltweit in der Umwelt verbreitet und bauen sich nicht ab, sondern reichern sich im Körper an, greifen das Immun- und Hormonsystem an und fördern Krebs. Auch im Ruhrgebiet und in unserer Stadt bedrohen sie  die Gesundheit – zu Wasser, zu Lande und in der Luft!

 

Im Ruhrgebiet wurde Untertage, auch unter dem Welterbe Zollverein, nicht nur massenhaft Giftmüll verbracht. Auch über 10 000 Tonnen PCB-Öle hat man dort versickern lassen oder eigens eingelagert. Ein regelrechtes Umweltverbrechen: Kürzlich kam ans Tageslicht, dass in der Emscher bei Bottrop und Essen PCB nachgewiesen wurde. Es stammt aus dem dort eingeleiteten Grubenwasser, das aus den Zechen, auch den stillgelegten, gepumpt wird. Es wird zu einer tödlichen Gefahr für die Trinkwasserversorgung, wenn die RAG nicht mehr so tief wie jetzt abpumpt, sondern das Wasser steigen lassen will in Stollen und Schächten, sodass das PCB und der ganze andere Giftmüll geflutet werden, und sich das Gift unter dem ganzen Ruhrgebiet verteilt.

Essen steht AUF fordert entschieden, dass die Grubenwässer geklärt werden müssen von der RAG, ehe sie in Oberflächenwasser eingeleitet werden. Die  RAG muss die Gifte entsorgen. Die Abpumptiefe in den Zechen darf nicht verringert werden!

Dietrich Keil

 

(Dieser Artikel ist der Aufmacher des aktuellen Flyers von "Essen steht AUF", der zum 1. Mai erscheint).

50 Krayer machten am 19.4. einen „Sonntagsspaziergang“ um die Anlage herum. Dietrich Keil, Sprecher der BI und früherer Ratsherr von Essen steht AUF, erläuterte warum das eigentlich sinnvolle Metall-Recycling bei Schredderanlagen unter freiem Himmel zu Lärm, Gestank und untragbaren Giftbelastungen der Luft mit PCB und Schwermetallen führt.

Kaffee, Klima, Kultgetränk

Thema unseres Frühstücks am 12. April 2015

Wie Uganda Deutschlands Lieblingsgetränk produziert  und dabei nicht nur mit dem Klimawandel kämpft. Video- und Bildreport von Alex Kunkel über die FAIRTRADE-Kaffeebauern am Mount-Elgon in Uganda mit anschließender Diskussion

 

Entspannung, Freiheit und Genuss – das verbindet die Werbung mit Kaffee. 160 Liter trinken wir im Durchschnitt, mehr als Mineralwasser und Bier. Die Werbung hat das Getränk »verkultet«, und wer denkt schon daran, welche harte Arbeit hinter dem Kaffegenuss steckt, wenn George Clooney lässig fragt „What else?“.

 

Dass die großen Kaffeemultis regelmäßig zu Millionen-Strafen wegen Kartellbildung zwecks Preisabsprachen verdonnert werden, verschwindet hinter der Fassade. Weltweit ist beim Kaffeeanbau Kinderarbeit weit verbreitet und wird von Großröstern wie Tchibo mindestens billigend in Kauf genommen. Die „Neumann Kaffee Gruppe“ aus Hamburg ist weltgrößter Anbieter von Rohkaffee – und hat ihren Plantagenbesitz in Uganda per Landgrabbing „erworben“. Die Bedingungen des Kaffee-Anbaus in Uganda werden durch die Klimaveränderungen immer schwieriger.

 

Alex Kunkel, der »RÖSTER« aus dem Kaffeegarten-Ruhr im GRUGA-Park, war seit 2007 mehrmals in Uganda und hat dort die FAIRTRADE-Kooperative Gumutindo am Mount-Elgon besucht und während der Ernte auf 2000m Höhe bei zwei Farmerfamilien gelebt. Erst vor wenigen Wochen kehrte er von einem erneuten Aufenthalt in Uganda mit frischen Eindrücken zurück. In einem spannenden Vortrag berichtet er anhand eigener Erfahrungen über Hintergründe und Zusammenhänge des Kaffeeanbaus, die den Genuss nicht trüben aber bewusster machen.

 

Diskussionsveranstaltung mit Frühstück gegen Spende am Sonntag, 12. April 2015 von 11 bis 13 Uhr im COURAGE-Zentrum, Goldschmidtstr. 3

Einladung zum Download
Kaffee-Frühstück_120415.pdf
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Essen steht Auf-Zeitung

Kontakt

Die Geschäftsstelle von Essen  steht  AUF

ist in der Goldschmidtstraße 3, 45127Essen

neben dem Courage-Zentrum

Öffnungszeiten der Bürgersprechstunde

Mo. :

16:00  - 17:00 

In dieser Zeit können Sie uns auch am Telefon erreichen:

 

0201/45862613

 

Sonst ist der AB eingeschaltet.

e-mail:

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