Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik
Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik

Faschistische Truppe "Steeler Jungs" agiert immer dreister

Solidarität mit den Antifaschisten von "Steele bleibt bunt" und "Essen stellt sich quer"!

Seit gut einem Jahr marschieren jeden Donnerstag in Steele die sogenannten „Steeler Jungs“ als selbsternannte Bürgerwehr auf. Seit dieser Zeit hat sich das Bündnis „Mut machen – Steele bleibt bunt“ gegründet, um dem Treiben der braunen Truppe entgegenzutreten. Die anfängliche „gutbürgerliche“ Tarnung wurde schnell fallen gelassen und die faschistische Gesinnung der Gruppe ist mittlerweile deutlich zutage getreten.

Spätestens mit ihrem offen den Faschismus verherrlichenden Auftritt mit einem Wagen beim Freisenbrucher Karneval ist klar, um wessen Geistes Kinder es sich hier handelt.
Trotz alledem wird von Seiten der Polizei seit einem Jahr diesem Treiben mehr oder weniger tatenlos zugeschaut. Ein Polizist ließ sich sogar mit dem „Steeler Jungs“ ablichten, als ob er dazugehört.
Allein den Protesten der Essener Antifaschisten ist es zu verdanken, dass diese faschistische „Bürgerwehr“ nicht zur Normalität werden konnte.
Die „Steeler Jungs“ sind gesellschaftlich isoliert und lassen immer mehr ihre Maske fallen. So versuchen sie verstärkt Antifaschisten von „Steele bleibt bunt“ und „Essen stellt sich quer“ einzuschüchtern und zu bedrohen. Auf Facebook betreiben sie übelste Hetze. Dazu schreibt „Essen stellt sich quer“ in einer aktuellen Pressemitteilung:

 

Vergangenen Freitag fand sich eine Gruppe aus den Reihen der „Steeler Jungs“ vor dem Kulturforum zusammen, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Mut machen – Steele bleibt bunt“ zu beobachten. Dabei fertigte ein Mitläufer der „Steeler Jungs“, seines Zeichens Fotograf aus Steele, Fotos der Besucherinnen und Besuchers des Treffens an. Am gestrigen Freitag wurde indes ein weiteres bekanntes Gesicht und einer der Köpfe der „Steeler Jungs“ beobachtet, wie er klandestin aus einem Fahrzeug heraus Bilder der Wohnung eines Mitglieds des Steeler Bündnisses gegen die rechte Bürgerwehr angefertigt hat.
Christian Baumann, ein Sprecher des antifaschistischen und antirassistischen Bündnisses Essen stellt sich quer kommentiert dazu: »Auf seiner Internetpräsenz gibt besagter Fotograf an, sich „natürlich sehr viel Zeit“ für Fotos zu nehmen. Offenbar gilt das auch besonders bei politisch Unliebsamen.“ Das Bündnis warnt seit einiger Zeit vor den Umtrieben der „Steeler Jungs“: »Die Vorfälle reißen nicht ab. Inzwischen nehmen die „Steeler Jungs“ sogar schon die Heimatadressen von politischen Gegnern ins Visier, um sie einzuschüchtern. Diese Praktiken kommen uns nur allzu bekannt vor. Sie sind ein übliches Bedrohungsinstrument aus der rechtsextremen Szene.“ Baumann abschließend: »Dass es sich bei den „Steeler Jungs“ nicht um eine harmlose Gruppe handelt, beweisen die neuerlichen Vorfälle abermals eindrücklich.“

 

Auch „Essen steht AUF“ war vor kurzem von den Einschüchterungsversuchen des „Fotografen“ betroffen, als er versuchte, bei unserem kommunalpolitischen Frühstück am 20. Januar die Teilnehmer durch die Fensterscheibe des Versammlungsraumes im Courage-Zentrum zu fotografieren.

Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit den Antifaschisten von „Steele bleibt bunt“ und „Essen stellt sich quer“ und fordern ein konsequentes Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die braunen Umtriebe.

 

Wir rufen dazu auf, sich an der nächsten Aktion von „Steele bleibt bunt“ zahlreich zu beteiligen. Sie findet statt am Donnerstag, den 4. April 2019 um 17:30 Uhr in der Dreiringstraße Ecke Bochumer Straße (Sparda-Bank)

Berichte über diese gelungene Demonstration findet Ihr hier:

https://www.rf-news.de/2019/kw11/begeisternde-und-zukunftsweisende-bergarbeiterdemonstration-in-essen

 

https://www.lokalkompass.de/essen-nord/c-politik/beeindruckende-bergarbeiterdemonstration-durch-katernberg_a1096689

Die bundesweite Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" ruft auf zur Demonstration am 16. März von Zollverein/Schacht XII zum Katernberger Markt

Aus aktuellem Anlass wurde der Aufruf zur Demo am 16.3. aktualisiert. Denn es stellte sich jetzt heraus, dass das Versprechen Der Ruhrkohle AG (RAG), dass nach der Schließung der letzten Zechen keiner "ins Bergfreie fällt", glatt gelogen war. 1400 Kollegen - Jungbergleute, Nicht-Anpassungsberechtigte, Beschäftigte von Fremdfirmen - sind unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht. Der aktualisierte Flyer kann hier heruntergeladen werden:

Wir akzeptieren die Zechenschließung der RAG nicht – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen!

Gleichwertige Ersatzarbeitsplätze! Erhalt der Bergmannsrechte: Deputat, preiswerter Wohnraum, Anerkennung der Berufskrankheiten. Es geht dabei auch um die Zukunft der Jugend!

Angeblich ist alles Friede, Freude, Eierkuchen mit der Stilllegung der letzten Steinkohlezechen. Geschichte eben. Von wegen! Deshalb ruft die überparteiliche Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF auf, am 16. März vor Zollverein Schacht XII in Essen zu demonstrieren, nahe der Zentrale der Ruhrkohle AG und RAG-Stiftung. Worum geht es?

 

1. Der Kampf um den Erhalt des Deputats.

Jahrzehnte erhielten die Bergleute Kohle oder ersatzweise Geld als festen Lohn- und Rentenbestandteil bis ans Lebensende, was auch den Witwen zugute kam. Das wurde ihnen mit der Zechenstilllegung von der RAG teilweise ganz gestrichen und vielen viel zu niedrig abgefunden. Die Kumpels mit Kohleofen traf es am schlimms­ten. Die hinterhältige Methode dazu war ein Tarifvertrag mit der Gewerkschaftsführung der IGBCE. Kumpel für AUF und die Mieterinitiative der Bergarbeitersiedlung in Hassel organisierten Versammlungen. Dank dem hartnäckigen Kampf hunderter Bergleute wurde nun ein gerichtlicher Teilerfolg erzielt. Es wurde nachgewiesen, dass die RAG die Berechnungsgrundlage manipuliert hat. Die Medien berichteten. Jetzt muss nachgelegt werden! Zumal die breite Masse der Kumpel dennoch leer ausgehen soll. Das betrifft 124 000 Kumpel und ihre Familien! Der ganze Schandtarifvertrag muss für ungültig erklärt werden! Das geht auch alle anderen Arbeiter und Angestellten an. Das darf nicht die Blaupause für andere Unternehmen werden, die Betriebsrenten anzugreifen!

2. Jede weitere Flutung der Zechen muss gestoppt werden!

Aus reiner Profitgier hat die RAG mit Schützenhilfe der damaligen SPD/Grünen Landesregierung in den 1980er- und 1990er-Jahren  1,6 Millionen Tonnen Sondermüll davon sind 600 000 Tonnen Giftmüll eingelagert. Dazu kommen über 10 000 Tonnen des Ultragiftes PCB. Die Vergiftung des Trinkwassers der ganzen Ruhrgebietsbevölkerung droht, nur um die Kosten der Wasserhaltung zu drücken. An der Saar genauso. Der Widerstand der Bergleute und der Bevölkerung in Marl hat die Verfüllung von Schächten und die Flutung der Zeche Auguste Victoria bisher verhindert und nebenbei bis heute über 200 Arbeitsplätze gesichert. Die RAG musste den längst geplanten Flutungstermin deshalb erneut von Januar auf April verschieben. Der Widerstand muss gestärkt werden! An der Saar leisten viele Gemeinden Widerstand. Wir nehmen nicht hin, dass daran nichts mehr zu machen sei. Null  Akzeptanz für diese Politik der RAG nach dem Motto „nach mir die Sintflut“!

3. Von wegen „keiner fällt ins Bergfreie“ und „sozialverträglicher Arbeitsplatzabbau“.

Hunderte, gerade jüngere Kumpels, die über Leiharbeitsfirmen wie START beschäftigt sind, Nichtanpassungs­berechtigte, oder Kumpel von Fremdfirmen fliegen aus der Arbeitnehmerüberlassung von heute auf morgen raus. Viele, die noch bleiben, wissen bis heute nicht, wo und wie es für sie weitergeht. Für jeden vernichteten Arbeits- und Ausbildungsplatz müssen gleichwertige Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden durch die RAG.

4. 45,7 Prozent der 210 untersuchten Bergleute haben mehr hochgradig krebserzeugendes PCB im Körper als der allgemeine Bevölkerungsdurchschnitt.

Wir fordern: Vor- und Nachsorge für alle Bergleute auf Kosten der RAG!

5. Die Machenschaften mit Giftmüll und PCB unter Tage wurde von mutigen Kumpels ans Tageslicht und in die Medien gebracht.

Der Bergmann und Sprecher von Kumpel für AUF, Christian Link, ließ sich durch das von der RAG verhängte Anfahrverbot weder den Mund verbieten noch einschüchtern. Das Anfahrverbot muss vom Tisch!

 

Es gibt viele weitere Gründe, die RAG nicht aus der Verantwortung zu entlassen! Sei es der vernichtete günstige Wohnraum für Berg­arbeiterfamilien: Mit der Priva­tisierung wurde daraus ein Milliardengeschäft für Wohnungskonzerne wie Vonovia, LEG oder Vivawest. Die Mieten steigen und steigen. Seien es die Kommunen und Stadtteile, Geschäfte und Firmen, die unter der Stilllegung der Zechen leiden. Die RAG hat Jahrzehnte Milliarden gescheffelt und in Profit bringende Konzerne wie Evonik umgeleitet. Werner Müller, zuerst Bundeswirtschaftsminister, dann RAG-Chef, dann Chef der RAG-Stiftung kassierte alleine 700 000 Euro im Jahr an Vorstandsbezügen für die Regie der Stilllegung.

 

Die Regierungen haben sie dabei unterstützt. RAG und Regierung  sollen merken, die Bergleute haben ihren Stolz nicht verloren. Mit den Kumpels, ihren Familien, mit der Ruhrgebietsbevölkerung können sie so nicht umspringen. Das haben wir beim großen Bergarbeiterstreik 1997 gezeigt, der die Stilllegungspläne damals zu Fall brachte und das Ende der damaligen Kohl-Regierung einleitete.

 

Mit unserer Demonstration wollen wir auch den Kolleginnen und Kollegen der Braunkohle- und Energiekonzerne ein Signal geben, mit uns zu kämpfen, keinen leeren Versprechen zu vertrauen. Die kämpferische Bergarbeiterbewegung und ihre Verbündeten stehen für Arbeitsplätze und Umweltschutz, der viele Arbeitsplätze bieten könnte. Kohle ist zu schade zum Verbrennen, ihre weitere Verbrennung beschleunigt den Übergang in die globale Umweltkatas­trophe und muss umgehend eingestellt werden. Sie ist wertvoller Rohstoff, den künftige Generationen noch brauchen.

 

Die Stilllegung des Steinkohlebergbaus ist nicht akzeptiert, nichts ist abgehakt. Es geht um die Zukunft unserer Jugend.

 

Kommt zur Demonstration und Kund­gebung am 16.03.2019, 11 Uhr Auftakt vor dem Haupteingang zur Zeche Zollverein (Schacht XII), Essen-Schonnebeck, Gelsenkirchener Straße 181 (Höhe Abzweigung in die Straße Dorstenbusch), anschließend Demonstration in Richtung Katernberg, 12.30 Uhr Kundgebung auf dem
Katernberger Markt

 

Anreise:

Auto:  A42, Ausfahrt Gelsenkirchen Hessler, abbiegen auf den Lehrhovebruch. Der Beschilderung zur Zeche Zollverein folgen, Parkmöglichkeiten beim Ruhr-Museum, Fritz-Schupp-Allee, 45141 Essen.

Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linie 107, Haltestelle Zollverein

 

Den Aufruf unterstützen bisher:

Die Kumpel für AUF-Stadtgruppen, Bergarbeiterfrauen im Frauenverband Courage, Ruhrchor, überparteiliche Kommunalpolitische Bündnisse: Essen steht AUF, AUF Gelsenkirchen, AUF Witten, NV Auf gehts, Neukirchen-Vluyn, BergAUF Bergkamen, Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) Landesverband Nordrhein-Westfalen, Andreas Tadysiak, Bergmann und Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiter Koordinierungsgruppe, Marler Bündnis für Umwelt und Klimaschutz, Bürgerversammlung gegen Verfüllung und Flutung von Auguste Victoria, Solidarität International e.V., Hasseler Mieterinitiative (HAMI), Jugendverband REBELL

 

Kontakt: Kumpel für AUF, Schmalhorststr. 1c, 45899 Gelsenkirchen, E-Mail: kumpel-@gmx.de

#Friday for future Berechtigter Protest – kein Schulschwänzen

Das kommunalpolitische Bündnis „Essen steht AUF“ unterstützt von ganzem Herzen die wöchentlichen Streiks der Schülerinnen und Schüler für ihre Zukunft in einer lebenswerten Umwelt. Hohe Wellen schlägt inzwischen die Auseinandersetzung, dass sie (bei Androhung von Bestrafung) gefälligst die Schulbank drücken sollen statt jeden Freitag für ihr zukünftiges Leben zu demonstrieren. Worum geht es den jungen Menschen?

 

Sie wollen nicht hinnehmen, dass sie die drohende Klimakatastrophe ausbaden sollen, die heute die Regierungen als Sachwalter der profitorientierten Konzerne sehenden Auges auf die nächsten Generationen abwälzen. Hochgelobten jährlichen UNO-Konferenzen glauben die Schüler einfach nicht mehr: Viel zu niedrige Klimaziele werden ins Belieben der Weltmächte gestellt mit dem ernüchternden Ergebnis, dass die Treibhausgase stetig zunehmen entgegen aller Propaganda der Herrschenden.

 

„There is no plan(et) B” - solche kritischen Plakate halten die Schülerinnen und Schüler hoch: Es gibt nur diesen einen Planeten und keinen zweiten. Und auf dem wollen sie und zukünftige Generationen gesund leben. „Und es gibt für den Kapitalismus, dem das egal ist, in der Tat keinen Plan B“, so Dietrich Keil im Namen des Vorstands von „Essen steht AUF“. „Er muss heute ohne jede Rücksicht auf die zerstörerische Ausbeutung von Mensch und Natur setzen, um weltweit in der Konkurrenzschlacht mithalten zu können. Das wollen die Kinder und Jugendlichen nicht hinnehmen, denn es geht um ihre Zukunft!“

 

Keil möchte die jungen Leute ermuntern, sich über ihren berechtigten Protest hinaus für ihre Ziele zu organisieren. „Wenn freitags Kräfte auftreten, die unterstützende Umwelt- und andere Gruppen ausgrenzen wollen, ist das eine falsche Bevormundung der Jugendlichen. Sie zeigen doch, dass sie einen klaren Kopf haben und selbst entscheiden können. Das verhindert nur einen gemeinsamen Kampf mit allen anderen, denen die Zukunft des Planeten eben nicht egal ist.“

 

„Essen steht AUF“ fordert dazu auf, dieses Engagement der Jugend von schulischer Seite zu unterstützen und nicht zu bekämpfen: „Diese Schülerstreiks sind lebendiger Unterricht - für das Leben“.

Mehr als ein „Zwischenfall“: Gefährlicher Störfall im Müllheizkraftwerk Karnap

Durch einen Defekt am Aktivkohlefilter des Müllheizkraftwerks Karnap wurde am 4. Februar 2019 eine unbekannte Menge des Aktivkohle-Granulats in benachbarte Straßen geschleudert. Ein Spielplatz und weitere öffentliche Flächen wurden gereinigt und einige Warnungen ausgesprochen (nicht in den Mund nehmen, Hautkontakt vermeiden, Gemüse aus umliegenden Gärten gründlich reinigen usw.).

 

Warum diese Warnungen? Mit Formulierungen in verschiedenen Medien wie „Zwischenfall“ wird die Gefährlichkeit dieses Störfalls heruntergespielt, um eine Diskussion über die generelle Gefährlichkeit der Müllverbrennung möglichst zu verhindern. Asche und Schlacken aus der Rauchgasreinigung gehören zu den giftigsten Abfallprodukten, die es gibt. Darin sind hoch konzentriert giftige Schwermetalle und verschiedenste hochgiftige organische Verbindungen enthalten.

 

In den 1980er und 1990er Jahren hat die Ruhrkohle AG (RAG) mit behördlicher Genehmigung große Mengen dieser Filterstäube und Aschen in stillgelegten Zechenschächten eingelagert und daran gut verdient. Bis heute wird dieser hochgiftige Abfall u.a. in stillgelegten Salzstöcken deponiert.

Nach der Stilllegung der letzten Steinkohlezechen will die RAG um Kosten zu sparen überall das Grubenwasser ansteigen lassen – und nimmt damit bewusst in Kauf, dass der eingelagerte Giftmüll ausgespült wird und irgendwann in unserem Trinkwasser landet.

 

Üblicherweise ist der Aktivkohlefilter in Müllverbrennungsanlagen der Rauchgasreinigung nachgelagert, um vor allem hochgiftige Dioxine und Furane herauszufiltern. Die Aktivkohle ist also hochgradig mit diesen Ultragiften beladen.  Ist die Aktivkohle voll beladen, wird sie teilweise verbrannt, teilweise regeneriert. Beide Verfahren bergen die Gefahr, dass die an die Aktivkohle angehafteten Giftstoffe in die Umwelt freigesetzt werden.

Neben der Forderung nach einer sofortigen umfassenden Information der Bevölkerung über Menge und Beladung der ausgetretenen Aktivkohle, fordern wir von RWE Aufklärung darüber, wo und  in welchem Umfang die giftigen Filterstäube deponiert werden und was mit der verbrauchten Aktivkohle passiert.

 

Vor allem aber  ist die Frage nach dem Sinn der Müllverbrennung aufgeworfen. „Essen steht AUF“ fordert schon lange den Ausstieg aus der Müllverbrennung, weil sie eine Quelle der chronischen Vergiftung von Mensch und Umwelt mit hochgiftigen chlororganischen Stoffen und Schwermetallen ist. Statt auf Müllvermeidung und Recycling zu setzen, wurden in den 1990er Jahren im großen Stil Müllverbrennungsanlagen gebaut, was ein gutes Geschäft für Anlagenbauer und Energiekonzerne war und ist. Dabei wurden solche Überkapazitäten aufgebaut, dass ein regelrechter internationaler Mülltourismus einsetzte. Um die Anlagen auszulasten wurde in z.B. Karnap zeitweise Hausmüll aus Italien verbrannt.

 

Der gefährliche Irrweg der Müllverbrennung muss beendet werden. Ebenso muss verhindert werden, dass die RAG durch den Anstieg des Grubenwassers unser Trinkwasser gefährdet.

Erhalt aller Kliniken im Essener Norden und Borbeck!

Unter diesem Titel gab die Wohngebietsgruppe Altenessen der MLPD am 15.12. eine Erklärung zu den Plänen des (katholischen) Krankenhausbetreibers Contilia heraus, nach einem Abriss und Neubau des Marienhospitals in Altenessen das St. Vincenz in Stoppenberg und das Philippusstift in Borbeck als Krankenhäuser dicht zu machen. Wir dokumentieren die Erklärung im Folgenden, weil wir die Forderung nach Erhalt aller Häuser unbedingt unterstützenswert finden. Unten kann die Erklärung auch als Datei heruntergeladen werden.

"Die Wohngebietsgruppe Altenessen der MLPD wendet sich entschieden gegen die jetzt bekannt gewordenen Pläne der Betreiber-Firma Contilia, die Kliniken St. Vincenz in Stoppenberg und Philippusstift in Borbeck auf ambulante Versorgungszentren zurechtzustutzen, dort jeweils mehrere hundert Betten für die stationäre Pflege und Nachsorge zu streichen und das Marienhospital so auszubauen, dass die Kirche Johann Baptist am Karlsplatz dem zum Opfer fallen würde.

Die klinische Nahversorgung würde für die rund 160.000 Einwohner der Stadtbezirke IV, V und VI entscheidend verschlechtert, da es dann nördlich der A40 nur noch ein einziges Krankenhaus gäbe. Der Transport von Kranken würde für die Fahrt zum Krankenhaus erheblich mehr Zeit benötigen als bisher, was in Notfällen über Tod oder Leben entscheiden kann. Bei der Übernahme der Katholischen Kliniken Essen Nord wurde von Contilia noch ausdrücklich versprochen, dass die Krankenhausdichte im Essener Norden erhalten bleibe.

In der WAZ vom 21.11. wurde von einem „radikalen Umbruch“ der Krankenhauslandschaft im Essener Norden fantasiert, der angeblich große Chancen biete und Arbeitsplätze sichere. Tatsächlich geht es um einen Konzentrationsprozess, um in einem hochmodernen neuen Krankenhaus profitbringende „Spitzenmedizin“ zu praktizieren und die Pflege verstärkt auf die Familien abzuwälzen. Das entspricht ganz der Linie von CDU-Gesundheitsminister Spahn.

Auf der Strecke bleiben bei diesem Kahlschlag die Interessen der Patienten und der Beschäftigten. Es geht nicht darum, dass das Marienhospital, wie behauptet, „unwirtschaftlich“ ist, sondern dass es nicht profitabel genug ist. Darum ist die „Spitzenmedizin“ davon gekennzeichnet, dass nicht der Mensch im Mittelpunkt steht, sondern das, was von der „Fallpauschale“ in der Contilia-Kasse übrig bleibt. Und das ist umso mehr, je kürzer die Verweildauer im Krankenhaus ist. Deshalb sollen nach den bisher bekannten Plänen an die 300 Betten abgebaut werden.

Mit dem Argument, dass die „Marktgesetze“ diesen Kurs erzwingen und andernfalls Arbeitsplatzverlust droht, soll Angst erzeugt werden. Tatsächlich sind in einer auf maximalen Profit orientierten kapitalistischen Wirtschaft unsere Arbeitsplätze immer gefährdet, müssen wir immer um unsere Arbeitsplätze kämpfen. Dass der Mensch im Mittelpunkt steht, auch und gerade im Gesundheitswesen, erfordert eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite, sozialistische Gesellschaft mit wohnortnaher, kostenloser Gesundheitsversorgung, genügend Personal und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen.

Auf einer Belegschaftsversammlung aller drei Häuser am 6. Dezember behauptete Contilia-Geschäftsführer Raphael, dass es keine Entlassungen geben solle. Tatsächlich werden schon jetzt alle Möglichkeiten ausgelotet, um zahlreiche Arbeitsplätze im Marienhospital abzubauen:

  • altersbedingte Fluktuation soll durch Wiedereinführung von Altersteilzeit beschleunigt werden,

  • Zeitverträge werden wahrscheinlich nicht verlängert

  • es soll kein Bereitschaftslabor mehr geben

  • die Nachtschicht an der Pforte wird 2019 abgeschafft

Alle Ankündigungen und Versprechungen sind nichts als heiße Luft, solange die Pläne von Contilia nicht umfassend offengelegt sind.

Die MLPD schlägt deshalb vor, sich für folgende Forderungen breit zusammen zu schließen:

  • Erhalt aller drei Kliniken im Essener Norden und in Borbeck!

  • Erhalt aller und Schaffung neuer Arbeitsplätze im Kampf gegen den Pflegenotstand!

  • Gegen Geheimniskrämerei und Kungelei von Contilia mit Kirchenoberen und Stadtspitze – vollständige Offenlegung und breite Diskussion aller Planungen!"

Die AUFrechten Essener/innen 2018

Die AUFrechten Essener/innen 2018 (von links nach rechts): Hans Wohland, Uschi Gerster, Margret Rabe, Susanne Hickmann

Auf der Jahresabschlussfeier von „Essen steht AUF“ am 2. Dezember wurden die „AUFrechten Essener/innen“ des Jahres 2018 ausgezeichnet. Als erstes wurde Margret Rabe, Bergarbeiterfrau aus Katernberg, als Urgestein der Essener Montagsdemo geehrt. Von Anfang an ist sie ein Aktivposten der Essener Montagsdemo. 2004 begann sie als „Oma 66“. Wenn sie nicht gerade krank war, war sie bei Wind und Wetter dabei. Und das so gut wie immer mit vorbereiteten Beiträgen, in denen sie mal nachdenklich, mal lustig gesellschaftliche Missstände aufs Korn nahm.

 

Ein Ereignis, das im Sommer wochenlang die Kommunalpolitik in Essen bestimmt hat, war der Streik der Beschäftigten an den Unikliniken Essen und Düsseldorf für einen Entlastungstarifvertrag für mehr Personal, den auch „Essen steht AUF“ von Anfang an solidarisch unterstützt hat. Als weitere „AUFrechte“ des Jahres wurden deshalb geehrt:

  • Susanne Hickmann, Erzieherin in der Betriebs-Kita des Uniklinikums und aktiv im Streikkomitee,

  • Uschi Gerster, ver.di-Vertrauensleutesprecherin und Mitglied der Streikleitung,

  • Hans Wohland, langjähriger Betriebsratsvorsitzender an der Ruhrlandklinik.

Alle drei wurden sowohl persönlich für ihre Verdienste um den Streik geehrt, als auch stellvertretend für alle Streikenden, die mit großem Einsatz für ihre berechtigten Forderungen kämpften.

 

Hans Wohland, mittlerweile Rentner, wehrte sich hartnäckig gegen den Einsatz von DRK-Schwestern in der Ruhrlandklinik und damit gegen die Sonderstellung der DRK-Schwesternschaft, deren Mitglieder angeblich rein karitativ tätig sind und die deshalb keine Arbeitnehmerrechte hatten, wie z.B. ein Streikrecht. Der Europäische Gerichtshof stellte aber als Ergebnis seiner Klage fest, dass es sich bei den DRK-Schwestern um Leiharbeiter handelt. Um einer weiteren Auseinandersetzung um die DRK-Schwesternschaft im Uniklinikum zu entgehen, bot ihnen die Klinikumsleitung eine Festanstellung an. 98 Prozent der ehemaligen DRK-Mitgliedsschwestern wechselten so als Angestellte ins Klinikum und konnten sich deshalb am Streik für mehr Personal beteiligen.

 

Susanne Hickmann steht dafür, dass der Kampf um Entlastung und für mehr Personal eben nicht nur den Pflegebereich betrifft, sondern auch die anderen Bereiche im Klinikum, die deshalb aktiv in den Streik einbezogen waren. Nachdem sich verschiedene Versuche, Stimmung gegen den Streik zu machen, als wirkungslos erwiesen, versuchten die Zeitungen der Funke-Gruppe, gestützt auf einige wenige unsolidarische Eltern, Stimmung gegen die mitstreikenden Erzieherinnen zu machen. Susanne Hickmann ließ sich nicht unterkriegen und kämpfte gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen und ihrer Gewerkschaft gegen die Spaltungsversuche.

 

Uschi Gerster war als langjährige ver.di-Vertrauensfrau in der Streikleitung aktiv. Den Abschluss sieht sie, obwohl er aufgrund der großen Kampfbereitschaft Zugeständnisse enthielt, wie viele andere kritisch. Mittlerweile bestätigt sich, dass auch die Um- und Durchsetzung des Schlichtungsergebnisses gegen die Interessen der Klinikumsleitung erkämpft werden muss.

Sommerfest zum 15-jährigen Bestehen von "Essen steht AUF" am 11. August

Hier der Einladungsflyer zum Anschauen und Herunterladen:

Essen steht Auf-Zeitung

Kontakt

Die Geschäftsstelle von Essen  steht  AUF

ist in der

Goldschmidtstraße 3, 45127Esse

neben dem Courage-Zentrum

Öffnungszeiten der Bürgersprechstunde

Montag16:00 - 17:00

In dieser Zeit können Sie uns auch am Telefon erreichen:

 

0201/45862613

 

Sonst ist der AB eingeschaltet.

E-mail:

vorstand@essen-steht-auf.de

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