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Serie „Kommunalpolitische Argumente“ für unsere Stadt
Flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstättenplätzen ist nötig – gegen die Schließung von Kinder- und Jugendeinrichtungen
Nicht erst seit PISA ist bekannt, dass Krabbel-, Kindergarten- und Hortplätze für die Entwicklung unserer Kinder eine wesentliche Rolle spielen, die vorschulische Erziehung häufig entscheidend ist für eine positive schulische Laufbahn und eine entsprechende Ausbildung. Auch – oft unter Verschluss gehaltene wissenschaftliche Studien - ergaben: Kindertagesstätten sind keine „Kosten“, sondern Investitionen!
Ausgaben für Kindertagesstätten bedeuten ausgehend von der volkswirtschaftlichen Perspektive, dass ein (= 1) investierter Euro bis zu vier (= 4 Euro) Ertrag bringt.
Dem entgegengesetzt werden Eltern seit Jahren bombardiert mit Zeitungsmeldungen wie “80 Kita-Gruppen bis 2007 von der Schließung bedroht” (NRZ v. 11.02.04) oder die NRZ vom 08.04.04 “Bistum Essen schließt bis 2006 130 Kindergartengruppen” – gleichzeitig sind damit 180 ErzieherInnenstellen bedroht – Entlassungen seien nicht auszuschließen. Gleichzeitig meldet die evangelische Kirche die Schließung von 19 Kindergartengruppen. Die evangelischen KiTa in der Rautertstraße und der Zwinglistrasse sollen bis 2005 ganz geschlossen werden (Innenstadt).
Die NRZ vom 27.04. schreibt: ”Tauschgeschäft rettet Kindergärten”. Damit die Kindergartengruppen in der Aachener und der Grevelstraße für ein Jahr erhalten bleiben, muss der Hort im Postreitweg bis 2005 geschlossen werden! Auf solch einen Kuhhandel sollten sich die Eltern nicht einlassen. Tun sie auch nicht – in der NRZ vom 24.04. mit der Überschrift “Eltern auf den Barrikaden” wird berichtet, es hat sich eine “Elterninitiative zum Erhalt und Ausbau der Kinderbetreuung” gegründet, ein stadtweites Bündnis soll aufgebaut werden “gegen die vom Rotstift diktierten Schließungen zahlreicher Gruppen, aber auch ganzer Einrichtungen ...” Die Eltern sagen: “Den vielen Sonntagsreden rund um die Familienpolitik müssen endlich entsprechende Taten folgen”.
“Essen steht AUF” ist der richtige Partner, die Eltern und deren Kinder in ihrem berechtigten Kampf zu unterstützen.
Die Negativ-Entwicklung in der KiTa-Landschaft ist laut Kommune, Land und Bund noch lange nicht beendet. Zwar hat das Land eine wunderschöne neue Broschüre herausgebracht “Bildungsvereinbarung NRW”, es sind Rahmeninhalte zur Stärkung des Bildungsauftrags im Elementarbereich – viele schöne Worte, aber gleichzeitig wird darüber diskutiert die Gruppenstärke pro Kindergartengruppe statt heute 25 auf 30 Kinder anzuheben! Um mit den Kindern eine wirkliche qualitativ gute Arbeit leisten zu können, ist eine alte Forderung der Gewerkschaft ver.di nach einer maximalen Gruppengröße von 15 Kindern wieder aufzunehmen. Da der Elementarbereich Teil des Bildungsbereichs Schule/Universität ist ebenfalls zu fordern, dass der Kita-Besuch entgeltlos für jedes Kind sein muss.
Es besteht für alle Kinder von 3-6 Jahren ein sog. Rechtsanspruch, dieser wird aber in Essen längstens nicht erfüllt. Hatte sich die Stadt vor Jahren auf 92% Bedarfsdeckung festgelegt, ist sie heute auf nur noch 83% zurückgegangen. Nennt man so etwas nicht Rechtsbeugung? In vielen Stadtteilen haben immer noch nicht alle angemeldeten Kinder im Sommer 2004 einen Kita-Platz, dies betrifft vor allem den Essener Norden.
Die NRZ vom 8.3.04 berichtet, dass 19% der Kinder in NRW in Armut aufwachsen, wobei Essen landesweit an letzter Stelle steht, jedes 7. Kind ist betroffen! Das Jahr 2003 brachte 11% mehr Kinder/Jugendliche bis zu 17 Jahren, welche Sozialhilfe beziehen. Die Anzahl alleinerziehender SozialhilfeempfängerInnen stieg im letzten Jahr um 5,4%, das Arbeitslosengeld II wird dies Entwicklung noch rasant ansteigen lassen. Hier schließt sich ein Teufelskreis: kein Krabbbel-, Kindergartentagesstätten- oder Hortplatz = keine Arbeit und umgekehrt!
In einigen Essener Stadtteilen ist ein dramatischer Gesundheitszustand der Kinder festzustellen (NRZ vom 13.03.04): Nur jedes 3. Kind ist völlig gesund! Im Essener Süden sind 60 –70% der Kinder gesund! Im Essener Norden, Nord/Ost, Vogelheim, Leithe, Holsterhausen, Steele ist nicht einmal jedes 5. Kind völlig gesund!!! Seit ein paar Jahren wurden die regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen der Kinder im Kindergarten abgeschafft – kein Geld dafür da!!
Noch kurz ein paar Worte zur sogenannten offenen Ganztagsschule, sie bietet in keiner Weise für Eltern, welche berufstätig sind, eine Alternative. Weder die Öffnungszeiten noch die Qualität stimmen hier – trotzdem will die Kommune bis 2007 alle Horte schließen, die so frei werdenden Gelder sollen dann in die unzureichende offene Ganztagsschule fließen, zusammen mit den Elternbeiträgen soll dies sich dann finanziell selbst tragen!
“Essen steht AUF” unterstützt folgende Forderungen:
- Für alle Essener Kindergartenkinder einen kostenfreien Kindergartenplatz, ob von der Kommune oder den freien Trägern! Maximal 20 Kinder pro Gruppe!
- Ausreichend Tagesplätze im Kindergarten entsprechend dem Bedarf der Eltern! (wegen Berufstätigkeit oder aus sozialen Gründen)
- Ausreichend Tagesplätze für Kinder unter 3 Jahren (altersgemischte Kleinkindgruppen ab 4 Monaten)
- Erhalt und Ausbau der Hortplätze in den Kitas! Keine Umverteilung der Gelder in die offene Ganztagsschule!
- Wiedereinführung der gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen im Kindergarten durch das Gesundheitsamt Essen!
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